Archäologie

Das Wort Archäologie setzt sich aus dem griechischem Wort archaios (alt) und dem Wort lógos (Lehre) zusammen und bedeutet zusammengesetzt "Altertümerkunde". Die Archäologie ist eine Wissenschaft, die mit Hilfe von naturwissenschaftlichen und geisteswissenschaftlichen Methoden die kulturelle Entwicklung der Menschheit oder einzelner Gruppen erforscht. Dabei interessiert sich die Archäologie hauptsächlich für die Hinterlassenschaften, wie zum Beispiel für Gebäude, Mumien, Werkzeuge oder Kunstwerke. Die Archäologie erforscht im Wesentlichen den Zeitraum um 2,5 Millionen Jahre v. Chr. bis in die nähere Gegenwart.

Fachrichtungen der Archäologie

Obwohl die Archäologie eine sehr junge Wissenschaft ist, sind die einzelnen Zeiträume kaum noch zu überblicken. Aus diesem Grund haben sich zahlreiche archäologische Fachrichtungen herausgebildet, die entweder einen Bezug zu einer bestimmten Epoche oder zu einer bestimmten Region haben. Zusätzlich gibt es spezialisierte Fachgebiete, wie beispielsweise die Ägyptologie oder die Christliche Archäologie.

Die bekanntesten Fachrichtungen der Archäologie lauten:

  • Prähistorische Archäologie
    Die Prähistorische Archäologie untersucht den Zeitraum zwischen der menschlichen Frühgeschichte vor etwa 2,5 Millionen Jahre v. Chr. und dem frühen Mittelalter.
  • Provinzialrömische Archäologie
    Dieses Spezialgebiet der Archäologie ist zeitlich zwischen der Prähistorischen Archäologie und der Klassischen Archäologie einzuordnen. Sie beschäftigt sich mit der Erforschung der römischen Provinzen.
  • Klassische Archäologie
    Dieser Schwerpunkt untersucht die Hinterlassenschaften der antiken Welt, hauptsächlich die der Griechen, Etrusker und der Römer, in der Zeit von etwa 2.000 Jahre v. Chr. und 500 n. Chr.
  • Mittelalterarchäologie
    Diese archäologische Fachrichtung erforscht mit dem Ende der Frühgeschichte um etwa 900 n. Chr. und endet mit dem Übergang zur Neuzeitarchäologie etwa 1.500 n. Chr.
  • Neuzeitarchäologie
    Diese Fachrichtung untersucht die Neuzeit und beginnt ca. 1.500 n. Chr. und reicht bis in die heutige Zeit.

Die wichtigsten archäologischen Fachgebiete mit geografischen Schwerpunkten lauten:

  • Ägyptologie
    Dieses Fachgebiet ist wohl das bekannteste der Archäologie. Die Ägyptologie befasst sich mit dem antiken Ägypten und ist zeitlich zwischen 3.000 v. Chr. und 300 n. Chr. einzuordnen.
  • Vorderasiatische Archäologie
    Diese Fachrichtung untersucht die alten Kulturen des Nahen Ostens im Zeitraum zwischen 1.000 v. Chr. und 600 n. Chr.
  • Archäologie der Neuen Welt
    Dieses Fachgebiet ist Teil der Altamerikanistik und beschäftigt sich mit den präkolumbischen Kulturen des amerikanischen Doppelkontinents.

Archäologische Forschungsmethoden

Die archäologischen Forschungsmethoden gliedern sich in Quellenerschließung und Interpretation. In der Öffentlichkeit wird, durch oftmals unvollständige Nachrichten, meistens nur die Erschließung der archäologischen Quellen zur Kenntnis genommen. Zur der Quellenerschließung gehören auch die typologische und die chronologische Auswertung. Erst nachdem die Quelle erschlossen und aufbereitet ist, folgt die historische und kulturelle Interpretation.

Die archäologische Quellenerschließung setzt sich aus mehreren unterschiedlichen Arbeitsschritten zusammen:

  • Prospektion und Voruntersuchung
    Die Prospektion ist die zerstörungsfreie Untersuchung potenzieller oder bekannter Fundstellen. Dazu zählen beispielsweise die Geländebegehung, die Luftbildarchäologie sowie die Untersuchung mit Hilfe eines Bodenradars.
    Die archäologische Voruntersuchung leitet die eigentliche Ausgrabung durch das anlegen von Suchgräben, magnetische Sondierungen oder Bodenwiderstandsmessungen ein. Die Voruntersuchungen sollen den Archäologen helfen, sich ein Gesamtbild von der Grabungsstelle zu machen und die eigentlichen Ausgrabung genauer planen zu können.
  • Ausgrabung
    Bei der archäologische Ausgrabung kommen verschiedene Grabungstechniken zum Einsatz. Eine moderne Ausgrabung ist befundorientiert, dies bedeutet, dass die Funde ihrer räumlichen und zeitlichen Einbettung dokumentiert, geborgen und interpretiert werden. Da jede Ausgrabung zur Zerstörung des Befundes führt, dokumentiert eine exakte Zeichnung den Fundplatz. Aus diesem Grund sind Papier und Bleistift für einen Archäologen ebenso wichtig, wie Pinsel und Kelle.
  • Bauforschung
    Die Bauforschung ist ein wesentlicher Teil der Quellenerschließung der klassischen Archäologie und der Mittelalterarchäologie. Für die Prähistorische Archäologie spielt sie eine weniger wichtige Rolle, da aus dieser Epoche kaum Bauwerke erhalten sind.

Nach der Quellenerschließung folgt die Auswertung, die aus folgenden Elementen bestehen kann:

  • Typologie
    Die Typologie, auch Typographie genannt, klassifiziert archäologische Funde nach Form und Material. Die Typologie bildet die Grundlage späterer Kombinations- und Verbreitungsanalysen.
  • Materialbestimmung
    Bei der Materialbestimmung setzen Archäologen moderne naturwissenschaftliche Techniken ein. Zur Detailuntersuchung der Artefakte dienen beispielsweise Mikroskope, Infrarot- und Ultraschallaufnahmen, Laserscans, Röntgen, chemische Analysen sowie Spektralanalysen.
  • Altersbestimmung
    Ein wesentlicher Bestandteil der archäologischen Auswertung ist die Datierung der Artefakte. Dabei wird zwischen absoluter und relativer Chronologie unterschieden.
    Bei der absoluten Chronologie wird einem Fund ein konkretes Datum zugeordnet (z.B. ein bestimmtes Jahr oder ein bestimmtes Jahrhundert, etc.). Dabei wird die C14-Datierung für organische Stoffe, die Thermolumineszenzdatierung, auch TL-Datierung genannt, für Keramik, die Dendrochronologie für Holz und die Kalium-Argon-Methode für Gesteine benutzt.
    Die relative Chronologie setzt einen archäologischen Fund in Bezug zu einem anderen.
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