Gesellschaft

/var/www/Anden-Media/fuw/templates/fuw-resp-2019/news.php on line 80

Warning: Trying to access array offset on null in /var/www/Anden-Media/fuw/templates/fuw-resp-2019/news.php on line 80
)">

Der Begriff Gesellschaft bezeichnet eine größere Gruppe von Menschen, die dauerhaft zusammenleben und durch gemeinsame Werte, Normen, Institutionen und wechselseitige Beziehungen miteinander verbunden sind. Die wissenschaftliche Erforschung der Gesellschaft erfolgt in erster Linie durch die Soziologie, deren Name sich aus dem lateinischen Wort socius (Gefährte) und dem griechischen Wort lógos (Lehre) zusammensetzt und übersetzt so viel wie "Lehre vom sozialen Zusammenleben" bedeutet. Die Gesellschaftswissenschaften untersuchen mit empirischen und interpretativen Methoden, wie Menschen miteinander leben, welche Strukturen ihr Handeln prägen und wie sich soziale Ordnungen im Laufe der Zeit verändern. Dabei reicht der Blick von der einzelnen Interaktion zwischen zwei Personen bis hin zu globalen Entwicklungen, die ganze Bevölkerungen betreffen.

Teilbereiche der Gesellschaftswissenschaften

Weil sich Gesellschaft aus zahllosen Bereichen des menschlichen Lebens zusammensetzt, haben sich im Laufe der Zeit verschiedene Fachrichtungen herausgebildet. Sie betrachten das Zusammenleben jeweils aus einem anderen Blickwinkel und ergänzen sich gegenseitig zu einem Gesamtbild.

Die bekanntesten Teilbereiche der Gesellschaftswissenschaften lauten:

  • Soziologie
    Die Soziologie ist die zentrale Wissenschaft der Gesellschaft. Sie untersucht soziales Handeln, gesellschaftliche Strukturen sowie Institutionen wie Familie, Arbeit, Bildung oder Recht.

  • Sozialpsychologie
    Dieses Fachgebiet erforscht, wie das Denken, Fühlen und Verhalten des Einzelnen durch die tatsächliche oder vorgestellte Anwesenheit anderer Menschen beeinflusst wird.

  • Demografie
    Die Bevölkerungswissenschaft beschäftigt sich mit Größe, Zusammensetzung und Entwicklung von Bevölkerungen und untersucht Faktoren wie Geburtenrate, Sterblichkeit, Alterung und Migration.

  • Sozialanthropologie und Ethnologie
    Diese Fachrichtungen vergleichen die sozialen und kulturellen Ordnungen unterschiedlicher Gesellschaften und rücken dabei häufig das Alltagsleben und die Lebensweise ganzer Gruppen in den Mittelpunkt.

  • Politikwissenschaft
    Die Politikwissenschaft untersucht, wie in einer Gesellschaft Macht verteilt, Entscheidungen getroffen und Interessen ausgehandelt werden.

Innerhalb der Soziologie haben sich zahlreiche thematische Schwerpunkte gebildet, die einzelne Ausschnitte der Gesellschaft genauer beleuchten:

  • Familiensoziologie
    Sie untersucht Formen des Zusammenlebens, Partnerschaft, Verwandtschaft sowie den Wandel der Familie im gesellschaftlichen Kontext.

  • Arbeits- und Wirtschaftssoziologie
    Dieser Schwerpunkt betrachtet die Arbeitswelt, das Erwerbsleben und das Verhältnis zwischen Wirtschaft und Gesellschaft.

  • Stadt- und Raumsoziologie
    Sie erforscht, wie Menschen städtische und ländliche Räume gestalten und wie das räumliche Umfeld das Zusammenleben prägt.

  • Bildungssoziologie
    Dieses Gebiet beschäftigt sich mit Bildungssystemen, Bildungschancen und der Frage, wie die soziale Herkunft den Lebensweg beeinflusst.

  • Migrationssoziologie
    Sie untersucht Wanderungsbewegungen, Integration und das Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft.

Methoden der Gesellschaftsforschung

Die Methoden der Gesellschaftswissenschaften gliedern sich grob in die Erhebung von Daten und deren Auswertung. Erst wenn belastbare Daten vorliegen und sorgfältig ausgewertet sind, lassen sich tragfähige Aussagen über gesellschaftliche Zusammenhänge treffen. Grundsätzlich wird dabei zwischen quantitativen und qualitativen Verfahren unterschieden.

Zur Erhebung gesellschaftswissenschaftlicher Daten kommen verschiedene Methoden zum Einsatz:

  • Befragung
    Die Befragung ist die am häufigsten genutzte Methode. Sie reicht von standardisierten Fragebögen, mit denen sich große und repräsentative Stichproben erreichen lassen, bis hin zu offenen Interviews, die tiefere Einblicke in einzelne Sichtweisen ermöglichen.

  • Beobachtung
    Bei der Beobachtung wird soziales Verhalten in seiner natürlichen Umgebung erfasst. Man unterscheidet zwischen der teilnehmenden Beobachtung, bei der die Forschenden selbst Teil des Geschehens werden, und der nicht-teilnehmenden Beobachtung aus der Distanz.

  • Inhaltsanalyse
    Die Inhaltsanalyse wertet vorhandene Materialien wie Zeitungsartikel, Dokumente, Bilder oder Beiträge in sozialen Medien systematisch aus und macht gesellschaftliche Deutungsmuster sichtbar.

  • Experiment
    Vor allem in der Sozialpsychologie werden Experimente genutzt, um unter kontrollierten Bedingungen zu prüfen, wie bestimmte Faktoren das Verhalten von Menschen beeinflussen.

Nach der Datenerhebung folgt die Auswertung, die auf unterschiedlichen Wegen erfolgen kann:

  • Quantitative Auswertung
    Bei der quantitativen Auswertung werden Daten mit statistischen Verfahren analysiert. So lassen sich Häufigkeiten, Zusammenhänge und Trends messbar machen und auf größere Bevölkerungsgruppen übertragen.

  • Qualitative Auswertung
    Die qualitative Auswertung deutet Texte, Gespräche und Beobachtungen und versucht, die Sinnzusammenhänge und Motive hinter dem sozialen Handeln zu verstehen. Verfahren wie die Grounded Theory helfen dabei, aus dem Material schrittweise Theorien zu entwickeln.

  • Mixed-Methods
    Häufig werden quantitative und qualitative Verfahren miteinander kombiniert, um ein möglichst vollständiges Bild eines gesellschaftlichen Phänomens zu erhalten.

Text ausklappen