Im Straßenverkehr verunglücken wieder deutlich mehr Kinder. Rund 29.270 Kinder unter 15 Jahren kamen im Jahr 2025 bei Verkehrsunfällen zu Schaden, sieben Prozent mehr als im Vorjahr. Rechnerisch wurde damit etwa alle 18 Minuten ein Kind verletzt oder getötet. Auch die Zahl der tödlich verunglückten Kinder stieg spürbar. Welche Wege besonders gefährlich sind und zu welchen Tageszeiten sich Kinderunfälle häufen, zeigen die neuen amtlichen Zahlen.
Kinderunfälle im Straßenverkehr sind ein sensibler Gradmesser dafür, wie sicher der öffentliche Raum für die Jüngsten ist. Erfasst werden dabei alle Kinder unter 15 Jahren, die als Mitfahrende, Radfahrende oder zu Fuß Gehende in einen Unfall verwickelt sind. Nach einem deutlichen Rückgang während der Corona-Jahre 2020 und 2021 sind die Zahlen zuletzt wieder gestiegen. Im Jahr 2025 verunglückten rund 29.270 Kinder, im Jahr zuvor waren es 27.260. Besonders schwer wiegt, dass auch die Zahl der getöteten Kinder zunahm, und zwar von 53 auf 74. Dieser Anstieg zog sich durch alle Altersgruppen. Solche Zahlen verdeutlichen, dass Verkehrssicherheit für Kinder kein gelöstes Problem ist, sondern anhaltende Aufmerksamkeit von Eltern, Kommunen und Verkehrsplanung erfordert.
Die Art der Verkehrsbeteiligung verändert sich mit dem Alter der Kinder. Jüngere Kinder sind vor allem als Mitfahrende im Auto unterwegs und verunglücken entsprechend häufig dort. Mit zunehmendem Alter bewegen sich Kinder selbstständiger, sodass der Anteil der Radfahrenden und zu Fuß Gehenden steigt. Über alle Altersgruppen hinweg saßen die meisten 2025 verunglückten Kinder auf einem Fahrrad, nämlich 34 Prozent. Weitere 31 Prozent waren mit dem Auto unterwegs, 20 Prozent zu Fuß und 8 Prozent mit einem E-Scooter. Blickt man allein auf die getöteten Kinder, stieg die Zahl der im Auto Mitfahrenden am stärksten, von 21 auf 31. Auch bei Fahrrädern und E-Scootern gab es mehr tödliche Unfälle als im Vorjahr.
Ein klares Muster zeigt sich bei den Tageszeiten, wie die amtliche Auswertung des Statistischen Bundesamtes im Detail belegt und nach Uhrzeit aufschlüsselt. Die 6- bis 14-Jährigen verunglücken werktags besonders häufig zwischen 7 und 8 Uhr, also genau dann, wenn viele Kinder auf dem Weg zur Schule sind. In dieser einen Stunde ereigneten sich 12 Prozent der Unfälle in dieser Altersgruppe. Weitere Häufungen zeigen sich am frühen Nachmittag, wenn die Kinder wieder nach Hause und zu Freizeitaktivitäten unterwegs sind. Der Schulweg ist damit eine der kritischsten Alltagssituationen. Sichere Querungen, verkehrsberuhigte Zonen und gut einsehbare Wege können hier helfen, das Risiko für Kinder zu senken.
Der erneute Anstieg der Kinderunfälle ist ein Warnsignal, das über die reine Statistik hinausweist. Dass die Zahl der getöteten Kinder in allen Altersgruppen zunahm, macht deutlich, dass es sich nicht um zufällige Schwankungen handelt, sondern um einen belastbaren Trend. Für Eltern gehört die Sorge um das eigene Kind im Verkehr zu den größten Alltagsängsten, und die Daten geben dieser Sorge einen konkreten Rahmen. Fachleute verweisen darauf, dass ein Zusammenspiel aus Infrastruktur, Tempolimits, Aufklärung und der Sichtbarkeit von Kindern über die Zahl der Kinderunfälle entscheidet. Die neuen Werte dürften die Debatte über Schulwegsicherung, Radwege und Tempo 30 vor Schulen weiter befeuern, denn jede vermiedene Kollision bedeutet ein geschütztes Kind.