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Katersymptome

Kokoswasser und Fruchtsaft helfen beim Alkoholabbau

Eine Mischung aus Kokoswasser und verschiedenen Fruchtsäften erhöht die Aktivität des Enzyms Aldehyd-Dehydrogenase (ALDH), das Alkohol abbaut. Die natürlichen Wirkstoffe sollen Katersymptome verhindern. 

Mumbai (Indien). Übermäßiger Alkoholkonsum steigert nicht nur das Sterberisiko und sorgt auch nach Wochen der Abstinenz noch für Hirnschäden, sondern verursacht am nächsten Tag auch Übelkeit und Kopfschmerzen, die im Volksmund auch als Kater bekannt sind. Ausgelöst wird dies hauptsächlich dadurch, dass der Körper den Alkohol, der von der Medizin als Droge und Lebergift eingestuft wurde, nicht schnell genug abbauen kann. Hausmitteln wie salzige Lebensmittel, Vitamin C und Kaffee sollen einen Kater zwar verhindern, sind aber laut dem aktuellen Kenntnisstand der Forschung lediglich Placebos.

Ein Probiotikum des Startups ZBiotics, das auf genetisch veränderten Bakterien basiert, soll Alkohol im Körper des Menschen schneller abbauen und so einen Kater verhindern. Auch die Wirksamkeit dieses als Getränk vertriebenen Produkts wurde aber bisher nicht durch Studien bestätigt. Nun haben Wissenschaftler des Institute of Chemical Technology im Fachmagazin Current Research in Food Science eine Mischung aus gewöhnlichen Lebensmittel vorgestellt, die den Alkoholabbau beschleunigen und somit Katersymptome abmildern sollen.

Obst, Gemüse und andere Lebensmittel untersucht

Die Wissenschaftler untersuchten dazu verschiedene Nahrungsmittel, darunter Obst, Gemüse und Getreide auf ihre Fähigkeiten den Körper beim Alkoholabbau zu unterstützen. Es zeigte sich dabei, dass eine Mischung aus Birnen- und Limettensaft sowie Kokoswasser die beste Wirkung zeigt. Laut Studienleiterin Kriti Kumari Dubey „ist die von den Wissenschaftlern zusammengestellte Fruchtsaftmixtur eine einfach zubereitete, günstige, effektive und geschmacklich akzeptable Alternative zu den derzeit verfügbaren Mitteln gegen den Kater.“ In Kombination mit Tomaten, Gurken und Käse soll die Wirksamkeit der Mischung noch stärker ausfallen.

Acetaldehyd-Konzentration wird verringert

Im Verdauungsprozess des Menschen wird Ethanol im ersten Schritt durch das Enzym Alkohol-Dehydrogenase (ADH) in Acetaldehyd umgewandelt, das anschließend durch das Enzym Aldehyd-Dehydrogenase (ALDH) in Acetat (Essigsäure) zerlegt wird. Verhindert werden soll der Kater durch die Fruchtsaft-Kokoswasser-Mischung, in dem verhindert wird, dass die Acetaldehyd-Konzentration im Körper zu stark ansteigt. Dazu muss im Körper die Aktivität des Enzyms ALDH erhöht werden, während gleichzeitig die Aktivität des Enzyms ADH geringgehalten wird.

Reagenzglasversuche mit 16 Obstsorten, neun Gemüsesorten und mehreren Getreiden, Gewürzen und Milchprodukten sowie Kaffee, Kakao, Vitamin C und Kokoswasser zeigten, dass die stärkste Wirkung auf das Enzym ALDH von Birnensaft ausgelöst wird, der die Enzymaktivität um 91 Prozent steigert. Ebenfalls deutlich gesteigert wird die Aktivität von ALDH durch Gurken, Tomaten, süße Limetten und Kokoswasser. Das Enzym ADH wird hingegen durch Extrakte aus diesen Lebensmitteln kaum aktiviert.

ALDH-Aktivität um 70 Prozent gesteigert

Die erste Mischung der Wissenschaftler aus Kokoswasser, süßen Limetten, Birnen, Gurken und Tomaten zeigte im Labor die besten Ergebnisse, wurde aber von allen Probanden in einem Geschmackstest als praktisch ungenießbar eingestuft. Eine Mischung aus 65 Prozent Birnensaft, 25 Prozent Limettensaft und 10 Prozent Kokoswasser konnte die ALDH-Aktivität im Labortest um 70 Prozent steigert, die ADH-Aktivität stieg hingegen nur um 23 Prozent. Bewertet wurde dieses Getränk von den Probanden aus angenehm im Geschmack.

Die Studienergebnisse zeigen außerdem, dass die Wirkung der Mischungen nicht auf Antioxidantien zurückzuführen ist, von denen häufig angenommen wurde, dass diese gegen Kater helfen. Vitamin C und Kaffee zeigten sogar negative Effekte, die den Alkoholabbau verlangsamen und somit den Kater fördern. Ob die neue entwickelte Fruchtsaft- und Kokoswasser-Mischung tatsächlich auch im menschliche Organismus beim Alkoholabbau hilft oder nur unter Laborbedingungen wirklich ist, wurde im Zuge der aktuellen Studie allerdings noch nicht untersucht.

Current Research in Food Science, doi: 10.1016/j.crfs.2019.09.001

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