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58 Prozent Anstieg bis 2050

Teufelskreis – Klimawandel lässt Energieverbrauch drastisch steigen

Der Klimawandel hat eine Aufwärtsspirale ausgelöst, die den Energieverbrauch aufgrund des vermehrten Einsatzes von Kühlanlagen weiter anheizt und so für noch mehr Emissionen von Treibhausgasen wie CO2 und Methan sorgt. Bis 2050 könnte im schlimmsten Fall der weltweite Energiebedarf um bis zu 58 Prozent ansteigen.

Venedig (Italien). Im vergangenen Jahr ist der Energieverbrauch im Vergleich zum Vorjahr laut des BP Weltenergieberichts um 2,9 Prozent gestiegen, was dem doppelten Anstieg des Durchschnitts der vorherigen zehn Jahre entspricht. Als Hauptursache für den deutlichen Anstieg sehen die Autoren das extreme Wetter an, das 2018 für einen sehr kalten Winter und einen sehr heißen Sommer gesorgt hat.

Nun haben Wissenschaftler der Ca Foscari Universität Venedig einen möglichen Teufelskreis analysiert, laut dem steigende Temperaturen einen höheren Energieverbrauch verursachen, der wiederum zu noch höheren Temperaturen und somit einem noch höheren Energieverbrauch führt.

21 Klimamodelle zusammengefasst

Studien, die Zusammenhänge zwischen dem Klimawandel und dem Energieverbrauch aufgestellt haben, gab es zwar bereits zuvor, diese beschränkten sich aber immer auf einzelne Länder und wenige Klimamodelle. Für die im Fachmagazin Nature Communications veröffentlichte Studie haben die italienischen Wissenschaftler Ergebnisse von 21 Klimamodellen zusammengefasst und mit fünf sozioökonomischen Szenarien verbunden. Aus diesen Daten wurde mithilfe von statistischen Modellen dann extrapoliert wie sich der Energieverbrauch des Menschen auf der Erde bei einem moderaten oder einem sehr starken Klimawandel bis zum Jahr 2050 verändern würde.

Wachstum des Energiebedarfs um bis zu 58 Prozent

Laut den Ergebnissen der Studie steigt der Energieverbrauch bei einer moderaten Klimaerwärmung bis 2050 um elf bis 27 Prozent. Sollte es zu einer starken Erwärmung der Planeten kommen, wird der Energieverbrauch laut der Prognose sogar um 25 bis 58 Prozent ansteigen. Die errechneten Werte unter Berücksichtigung der durch den Klimawandel erhöhten Temperaturen übersteigt damit deutlich vorherige Berechnungen, die als Hauptfaktoren für den steigenden Energiebedarf lediglich das Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum berücksichtigt haben.

Der Hauptanteil der zusätzlich benötigten Energie würde auf tropische Regionen, China, die USA und Südeuropa entfallen, da die dortige Industrie und der Servicesektor mehr Strom für den Betrieb von Kühlsystemen und Klimaanlagen benötigen würden.

Neben der Emission von Treibhausgasen wie CO2 und Methan haben die Autoren der Studie noch die Energiepolitik der Länder unter Berücksichtigung der Bevölkerungsentwicklung und die regional unterschiedlichen Klimamodelle als Hauptfaktoren für den Anstieg des klimabedingten Energieverbrauchs identifiziert.

Folgen für Entwicklungsländer am größten

Bas van Ruijven, Hauptautor der Studie erklärt, dass „je geringer das Durchschnittseinkommen eines Landes pro Person ist, desto größer der Anteil ist, den Familien beitragen müssen, um künftige Energiezuwächse auszugleichen“. Aus diesem Grund empfehlen die Forscher, dass Entwicklungshilfe in Zukunft vor allen dort geleistet wird, wo das Durchschnittseinkommen besonders niedrig ist und gleichzeitig ein überdurchschnitt hoher Anstieg des Energiebedarfs erwartet wird. Zu diesen Regionen gehören weite Teile Afrikas und des mittleren Ostens.

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