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Ultraheißer Jupiter WASP-121b

Superheißer Exoplanet schleudert verdampftes Eisen in den Weltraum

Der Superheiße Jupiter WASP-121b wird durch seine enge Umlaufbahn auf 2.500 Grad Celsius aufgeheizt. Dies sorgt dafür, dass Metalle verdampfen und in den Weltraum geschleudert werden. Durch die Gravitation des Sterns wird der Exoplanet wie ein American Football verformt.

Washington (U.S.A.). Astronomen der NASA haben kurz nach der Entdeckung des möglicherweise bewohnbaren Exoplaneten GJ 357 d einen weiteren ungewöhnlichen Planten entdeckt, der den Namen WASP-121b trägt. Der Exoplanet, der sich außerhalb unseres Sonnensystems in etwa 900 Lichtjahren Entfernung befindet hat eine Form, die vergleichbar mit einem Football ist. Aufgefallen ist der Himmelskörper aufgrund seiner ungewöhnlichen Planetenverhältnisse, die dafür sorgen, dass der Exoplanet gasförmige Metalle in den Weltraum schleudert.

Auch beim Aufbau des Sonnensystems gibt es deutliche Unterschiede zu unserem Heimatsystem, bei dem sich in den inneren Schichten Gesteinsplaneten wie die Erde und der Mars befinden, während Eis- und Gasplaneten deutlich weiter von der Sonne entfernt sind. Als innerster Gasplanet befindet sich der Jupiter beispielsweise fünfmal so weit von der Sonne entfernt wie die Erde. Der Mars hat äußerstes Gesteinsplanet nur die etwa 1,6-fache Entfernung von der Sonne wie die Erde.

Exoplaneten des Typs Heißer Jupiter weit verbreitet

Bei der Entdeckung neuer Exoplaneten ist in den vergangenen Jahren zunehmend aufgefallen, dass sich in anderen Sonnensystemen auch Gasplaneten deutlich näher an der Sonne befinden. In der Astronomie werden diese Planeten als Heißer Jupiter bezeichnet, da sie üblicherweise eine ähnliche Größe wie der Jupiters besitzen und in Umlaufbahnen um ihre Sonnen kreisen, die deutlich enger sind als die des Merkurs, was zur Folge hat, dass ein Jahr auf diesen Planeten nur wenige Tage dauert.

Laut der im Fachmagazin The Astronomical Journal veröffentlichten Forschungsarbeit handelt es sich beim Planeten WASP-121b um einen Ultraheißen Jupiter, der so eng um seinen Stern kreist, dass ein Jahr nur 1,27 Tage dauert. Aufgrund des kleinen Orbits beträgt die Oberflächentemperatur des Exoplaneten mehr als 2.500 Grad Celsius. Drake Deming von der University of Maryland, Co-Autor der Studie erklärt, dass „ein solcher Planet aufgrund der Temperaturverhältnisse an der Oberfläche fast selbst ein Stern ist.“

WASP-121b durch Gravitation verformt

Die Masse von WASP-121b ist 1,18-mal höher als die des Jupiters. Aufgrund der sehr kleinen Umlaufbahn um seinen Stern und die enormen Gezeitenkräfte, die die Gravitation des Sterns verursacht, wird der Exoplanet in die Länge gezogen und so wie ein American Football verformt. Außerdem sorgt die Umlaufbahn dafür, dass der Exoplanet WASP-121b einer so enormen Wärmemenge ausgesetzt wird, dass seine Atmosphäre, die hauptsächlich aus Wasserstoff und Helium besteht, zehnmal heißer ist als bei allen zuvor entdeckten Planeten.

Dies sorgt dafür, dass ein Phänomen auftritt, das zuvor in den Weiten des Weltraums noch nicht beobachtet werden konnte. Spektrographische Untersuchungen des Hubble-Teleskops zeigten, dass der Planet Metalle wie Magnesium und Eisen verdampft und in den Weltraum abstößt. Dieser Prozess ist vergleichbar mit einem Fluss, bei dem der Exoplanet erst durch seine Sonne so stark aufgeheizt wird, dass das Metall verdampft, um es anschließend durch die Anziehungskraft vom Planeten wegzureisen.

The Astronomical Journal, doi: 10.3847/1538-3881/ab2986

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