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Hoher Energiebedarf

Laborfleisch nicht klimafreundlicher als konventionelles Fleisch

In-Vitro-Fleisch ist nicht in allen Fällen besser für das Klima als herkömmlich erzeugtes Rindfleisch, da die Produktion große Mengen Strom benötigt. Es wird zwar so weniger Methan freigesetzt, dass bei der Rinderzucht entsteht, gleichzeitig würde beim derzeitigen Energiemix die Produktion von Laborfleisch aber für deutlich höhere CO2-Emissionen erzeugen.

Oxford (England). In-Vitro-Fleisch, das auch als Laborfleisch bezeichnet wird, ist aus gezüchteten Gewebe künstlich hergestelltes Fleisch. Die Universität Maastricht hat bereits am 5. August 2013 den ersten verzehrfertigen In-Vitro-Burger produziert, dessen Herstellung etwa 250.000 Euro Kosten verursacht hat. In Zukunft soll In-Vitro-Fleisch laut den an der Entwicklung beteiligten Wissenschaftler und den Unternehmen eine Alternative zu herkömmlichen Fleisch bieten, die Tierleid vermeidet und gleichzeitig den Klimawandel bremst, für den die herkömmliche Fleischproduktion maßgeblich mitverantwortlich ist.

Forscher der Universität Oxford haben aus diesem Grund eine Studie durchgeführt, die untersucht hat, ob Laborfleisch wirklich Vorteile für das Klima der Erde bringen würde. Da bisher noch völlig unklar ist, wie Laborfleisch in Massen hergestellt werden kann, sind auch die im Fachmagazin Frontiers in Sustainable Food Systems veröffentlichten Ergebnisse noch nicht eindeutig.

Klimafolgen im Fokus

Um dennoch eine Prognose erstellen zu können, haben die Wissenschaftler für ihre Studie ausgewertet in welchem Umfang Emissionen von klimaschädliche Gasen bei drei konventionellen Rinderhaltungsformen und bei vier möglicherweise im industriellen Umfang nutzbaren Fleischkultivierungstechniken entstehen. Anschließend wurden die Informationen genutzt, um anhand einer Computersimulation zu bestimmen welche Erderwärmungseffekte durch die einzelnen Herstellungsprozesse entstehen. Analysiert wurden dabei verschiedene Produktionsmengen im Zeitraum der nächsten 1.000 Jahre.

Kaum Einschränkung des Klimawandels

Um die Auswirkungen auf das Klimawandel betrachten zu können, ist es wichtig zwischen den Emissionen der einzelnen Produktionsmethoden zu differenzieren. Während die Produktion von Laborfleisch in Bioreaktoren überwiegend CO2 erzeugt, wird bei der Rinderhaltung vor allen Methan Atmosphäre freigesetzt. Methan ist zwar kurzfristig klimaschädlicher als CO2, wird aber bereits nach zwölf Jahren vollständig abgebaut. CO2 sammelt sich hingegen wie Raymond Pierrehumbert erklärt für Jahrtausende in der Luft an.

Aus diesem Grund zeigt sich, dass In-Vitro-Fleisch zwar kurzfristig den Klimawandel reduzieren könnte, langfristig aber die traditionelle Rinderhaltung weniger zur Erwärmung des Planeten beiträgt. Auch wenn der Fleischkonsum in 100 Jahren bei nahezu Null liegen würde, hätte die konventionelle Produktion laut den Ergebnissen der Studie einen weniger schädlichen Effekt auf das Klima, als ein Wechsel auf Laborfleisch.

Energiemix von entscheidender Bedeutung

Laut aktuell verfügbaren Daten „ist Laborfleisch also nicht unbedingt besser für das Klima und es gibt somit auch keine Lizenz zum uneingeschränkten Fleischkonsum“. Die Berechnung geht jedoch davon aus, dass der zur Stromproduktion genutzte Energiemix im Simulationszeitraum gleichbleibt. Sollte statt fossiler Energieträger wie Kohle und Erdgas der zur Produktion von In-Vitro-Fleisch benötigte Strom überwiegend aus erneuerbaren Quellen stammen, würde dies die CO2-Emissionen senken und damit auch die Folgen für das Klima erheblich verkleinern.

Außerdem merken die Autoren der Studie an, dass „anderer Umwelteinflüsse durch die Rindfleischproduktion zum Beispiel die Wasserverschmutzung oder die Versauerung von Böden nicht berücksichtigt wurden“. Auch in diesen Bereichen hat Laborfleisch deutlich Vorteile gegenüber den Rinderzucht.

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