Cannabidiol

Hanf-Inhaltsstoff CBD könnte bei Drogen- und Alkoholentzug helfen

Robert Klatt

Eine Behandlung mit dem nicht psychoaktiven Hanf-Inhaltsstoff Cannabidiol (CBD) hat bei ehemals alkohol- oder kokainabhängigen Ratten die Rückfallquoten deutlich reduziert. Sollte die Wirkung auch beim Menschen auftreten, könnte CBD Öl im Drogenentzug unterstützend genutzt werden.

La Jolla (U.S.A.). In den letzten Jahren haben Studien eine Reihe positiver gesundheitlicher Auswirkungen des nicht psychoaktiven Hanf-Inhaltsstoffs Cannabidiol (CBD), der unter anderem in CBD Öl enthalten ist, nachgewiesen. CBD kann beispielsweise sozialen Angststörungen lindern und den Alterungsprozess verlangsamen. Darüber hinaus haben englisch Wissenschaftler belegt, dass die Inhalation von CBD Öl Rauchern dabei helfen kann von ihrer Sucht loszukommen.

Laut einer Studie des Scripps Research Institute in La Jolla, die im Fachmagazin Neuropsychopharmacology publiziert wurde, kann der Wirkstoff CBD außerdem ehemals Alkohol- und Drogenabhängigen dabei helfen nicht rückfällig zu werden. Dieser Effekt tritt allerdings nur bei der nicht psychoaktiven Form auf und nicht, wenn CBD beim Rauchen von Cannabis konsumiert wird.

CBD Öl verhindert Alkohol- und Kokainkonsum bei Ratten

Entdeckt wurde diese Wirkung von CBD bei einem Experiment mit Ratten, die ehemals süchtig nach Alkohol oder Kokain waren. In der Medizin ist es seit längerem bekannt, dass vormals drogenabhängige Menschen besonders in Stresssituationen oder in Momenten, die zuvor mit ihrem Drogenkonsum in Verbindung standen, häufig wieder in ihr altes Suchtverhalten zurückfallen. Ein ähnliches Verhalten ist auch bei den zuvor drogen- oder alkoholabhängigen Ratten beobachtet worden.

Um zu untersuchen, ob CBD die Rückfallquoten verringern kann, haben die Wissenschaftler für ihre Studie die Haut von Ratten einmal täglich mit einem CBD-Öl behandelt. Die Kontrollgruppe erhielt hingegen den Wirkstoff nicht. Anschließend wurden beide Gruppen Situationen ausgesetzt, die das Rückfallrisiko deutlich erhöhen. Es zeigte sich dabei, dass die mit CBD behandelten Tiere signifikant seltener dazu verleitet wurden erneut Alkohol oder Kokain zu konsumieren. Eine Beobachtung des Verhaltens zeigte überdies, dass die Ratten durch das CBD Öl weniger ängstlich waren und nicht so impulsiv handelten wie die Kontrollgruppe.

Wirkung auch nach fünf Monaten vorhanden

Besonders überraschend war laut Studienleiter Gustavo Gonzalez-Cuevas die sehr lang anhaltende Wirkung der CBD Behandlung. Obwohl der Hanf-Inhaltsstoff bereits drei Tage nach der Behandlung weder im Blut noch im Gehirn der Ratten nachgewiesen werden konnte, zeigten die mit CBD behandelten Tiere auch fünf Monate nach der letzten Verabreichung geringere Rückfallquoten als die Kontrollgruppe. Derzeit ist noch nicht bekannt, welcher biologische Prozess diese Langzeitwirkung auslöst.

Friedbert Weiss, Co-Autor der Studie konstatiert, dass „die Ergebnisse nahelegen, dass Cannabidiol therapeutisches Potenzial für die Behandlung von Drogenabhängigen haben könnte.“ Weitere Studien sollen nun untersuchen, ob die Wirkung auch beim Menschen eintritt und ob CDB Öl womöglich in Drogentherapien integriert werden könnte.

Schwarzkümmelöl unterstützt die Wirkung

Schwarzkümmelöl besitzt laut dem aktuellen Kenntnisstand der Wissenschaft zwar an sich keine Wirkung, die beim Drogenentzug helfen kann, einige Mediziner gehen aber davon aus, dass das Öl aufgrund seiner gesundheitsfördernden Wirkung besonders für ehemals suchtkranken Menschen ein sinnvolles Nahrungsergänzungsmittel ist. Besonders hervorzuheben ist hierbei die bereits im Jahr 1995 entdeckte und im Fachmagazin Planta Med publizierte schmerzlindernde und entzündungshemmende Wirkung sowie die im Jahr 2010 nachgewiesene und im wissenschaftlichen Journal Saudi J Gastroenterol beschriebene antibakterielle Wirkung.

Neuropsychopharmacology, doi: 10.1038/s41386-018-0050-8

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