Roter Zwergstern

Exoplaneten - Supererden in habitabler Zone von Gliese 887 entdeckt

Robert Klatt

Die beiden Supererden Gliese 887b und Gliese 887c liegen in astronomischen Maßstäben in unmittelbarer Nachbarschaft der Erde. Sie befinden sich in der habitablen Zone und können potenziell Leben beheimaten.

Göttingen (Deutschland). In unserer Milchstraße gibt es laut einer Aktualisierung der Drake Gleichung neben den Menschen noch 35 weitere intelligente Lebensformen. Die höchste Erfolgsaussicht nach Beweisen für die Existenz von Leben außerhalb unseres Sonnensystems bieten laut der Astronomie die am nächsten gelegenen Exoplaneten. Wissenschaftler der Universität Göttingen haben laut einer Publikation im Fachmagazin Science nun weitere Exoplaneten mit möglicherweise lebensfreundlichen Bedingungen gefunden.

Es handelt sich dabei um zwei Super-Erde-Planeten, die in der habitablen Zone um den roten Zwergstern Gliese 887 kreisen. Supererden sind Planeten, deren Masse deutlich größer als die der title="Erde" ist aber wesentlich kleiner als die der Eisriesen Uranus und Neptun. Als habitable Zone wird die Entfernung eines Exoplaneten zum Stern definiert, die es ermöglicht, dass dort flüssiges Wasser und Felswelten existieren könnten.

HARPS-Spektrografen

Entdeckt wurden die beiden Supererden von Forschern des RedDots-Astronomenteams mithilfe des HARPS-Spektrografen, der Teil der Europäischen Südsternwarte in Chile ist. Sie nutzten dabei die sogenannte Doppler-Wobble-Technologie, die es ermöglicht kleinste Bewegungen von Objekten im Weltraum zu messen, die zum Beispiel durch die Gravitationskraft eines Planeten ausgelöst werden.

Laut den erhobenen Daten besitzen die Supererden Gliese 887b und Gliese 887c eine Umlaufbahn von 9,3 beziehungsweise 21,8 Tagen um ihren Stern. Sie bewegen sich somit deutlich schneller als der Merkur, der in unserem Sonnensystem zu den schnellsten Planeten gehört. Die geschätzte Temperatur von Gliese 887c liegt bei etwa 70 Grad Celsius.

Roter Zwergstern Gliese 887

Der rote Zwergstern Gliese 887 ist mit etwa elf Lichtjahren Entfernung zur Sonne der sonnennächsten Sterne der Erde. Er ist im Vergleich zu unserer Sonne dunkler und nur etwa halb so groß. Die bewohnbare Zone liegt bei Gliese 887 deshalb deutlich näher als die Entfernung der Erde von der Sonne.

Außerdem unterscheidet sich Gliese 887 von unserer Sonne durch deutlich weniger Sternflecken, was auf eine niedrigere Aktivität hindeutet. Würde Gliese 887 eine vergleichbare Aktivität wie unsere Sonne besitzen, würde dies sehr wahrscheinlich die Atmosphären der nahen Exoplaneten zerstören und Leben so unmöglich machen.

Dr. Sandra Jeffers konstatiert, dass „diese Planeten die besten Möglichkeiten für detailliertere Studien bieten, einschließlich der Suche nach Leben außerhalb unseres Sonnensystems.“

Science, doi: 10.1126/science.aaz0795

Spannend & Interessant
VGWortpixel