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Anthroposophische Lebensweise

Allergie-Risiko bei Kindern steigt durch Impfungen nicht

Eine Langzeitstudie hat belegt, dass Impfungen das Allergie-Risiko bei Kindern nicht beeinflussen.

Solna (Schweden). Obwohl Impfungen dazu geführt haben, das potenziell tödliche Krankheiten wie Kinderlähmung, Tuberkulose, Diphtherie, Pocken und Masern, bei denen eine Infektion das Immunsystem des Menschen für Monate schwächt, in den Industrieländern nahezu nicht mehr auftreten, lassen viele Eltern aufgrund von befürchteten Nebenwirkungen ihre Kinder nicht impfen. Zu den am häufigsten geäußerten Ängsten gehört dabei, dass Impfungen das Allergie-Risiko der Kinder erhöhen könnten.

Modern Impfstoffe, die zweifelsohne zu den wichtigsten Errungenschaften der Medizin gehören, enthalten aber nur noch eine geringe Konzentration möglicherweise allergieauslösender Antigene, die selbst die Konzentration, die Kinder während ihres Alltags ausgesetzt sind, deutlich unterschreitet. Auch Studien konnten in der Vergangenheit keine Belege dafür erbringen, dass die Erhöhung der Impfraten zu einem Anstieg von Allergien bei Kindern geführt haben.

Vergleich von streng anthroposophisch und konventionell erzogenen Kindern

Wissenschaftler des schwedischen Karolinska Instituts haben nun im Fachmagazin E Clinical Medicine eine Studie publiziert, die sich erneut mit einem möglichen Zusammenhang von Schutzimpfungen und einem erhöhten Allergie-Risiko bei Kindern auseinandergesetzt hat. Dazu untersuchten die Wissenschaftler Kinder aus anthroposophisch lebenden Familien, die häufig nicht geimpft werden und im Vergleich zu konventionell erzogenen Kindern weniger oft an Allergien leiden.

Insgesamt wurden 466 Menschen untersucht, bei denen neben streng anthroposophisch und konventionell erzogenen Kindern auch Mischformen vorkamen. Es sollte so analysiert werden, welche Gründe dafür verantwortlich sind, dass anthroposophisch aufwachsende Kinder eine Unempfindlichkeit gegenüber einer Vielzahl allergieauslösender Stoffe besitzen.

Fünfjährige Langzeitstudie

Die Wissenschaftler um Jackie Swartz beobachteten dafür die Kinder von der Geburt bis zu ihrem fünften Lebensjahr. Während des Studienzeitraums wurden außerdem regelmäßig Blutproben der Probanden genommen, die auf Antikörper gegen Allergene aus der Luft und Lebensmittel untersucht wurden.

Es zeigte sich dabei, dass keine Korrelation zwischen einer niedrigen Impfquote und dem geringeren Allergie-Risiko besteht, wenn andere Einflussfaktoren, die das Allergie-Risiko beeinflussen und die mit dem anthroposophischen Lebensstil zusammenhängen, herausgerechnet werden. Dazu zählen die Wissenschaftler beispielsweise die häufig bei diesen Familien auftretende vegetarische Ernährung und das überdurchschnittlich lange Stillen der Babys.

Allergie-Risiko durch Impfungen nicht beeinflusst

Auch nach fünf Jahren lag das Allergie-Risiko der 54 Kinder, die in diesem Zeitraum keinerlei Impfung erhielten, nicht unter dem Allergie-Risiko der Kinder, die alle in Schweden empfohlenen Impfungen erhalten hatten. Wie Johan Alm, Co-Autor der Studie erklärt „sind diese Ergebnisse wichtig, weil sie keinerlei Beleg für die Behauptung liefern, dass es eine Verbindung zwischen Allergien und Impfungen geben könnte.“ Er fügt hinzu, dass „es stattdessen etwas Anderes in der anthroposophischen Lebensweise geben muss, dass die relativ niedrige Allergie-Prävalenz verursacht.“

E Clinical Medicine, doi: 10.1016/j.eclinm.2018.10.005

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