Doppelte Details

China übertrifft USA mit genauester geologischer Mondkarte

Robert Klatt

Auf den Punkt gebracht
  • Eine neue Mondkarte aus China übertrifft den bisherigen Rekordhalter aus den USA deutlich
  • Die Karte im Maßstab 1:2.500.000 enthält doppelt so viele Details
  • Sie zeigt 12.341 Einschlagskrater, 81 große Einschlagbecken, 17 Gesteins- und 14 verschiedene Strukturtypen

Eine neue Mondkarte aus China enthält doppelt so viele Details wie der bisherige Rekordhalter aus den USA. Die neue Karte soll bei der Vorbereitung kommender Missionen helfen.

Peking (China). Die United States Geological Survey (USGS) hat im April 2020 die bisher detaillierteste geologische Karte des Mondes veröffentlicht. Nun haben Forscher der Chinesischen Akademie der Wissenschaften (CAS) eine noch präzisere geologische Karte des Erdtrabanten publiziert, die laut eigenen Angaben die Rekordkarte aus den USA deutlich übertrifft.

Laut einer Publikation im Fachmagazin Science Bulletin enthält die neue Mondkarte mit einem Maßstab von 1:2.500.000 so viele Details wie die Karte der US-Kartografiebehörde USGS. Sie zeigt 12.341 Einschlagskrater, 81 große Einschlagbecken, 17 Gesteins- und 14 verschiedene Strukturtypen.

Daten der chinesischen Chang’e-Mondorbiter

Die Karte basiert auf Daten der chinesischen Chang’e-Mondorbiter. Laut den Erstellern soll sie bei der weiteren Erforschung des Mondes helfen und unter anderem das Auswählen neuer Landeorte für Missionen erleichtern.

Bisher haben die chinesischen Medien noch keine weiteren Informationen zur Mondkarte veröffentlicht. Es ist lediglich bekannt, dass eine chinesische und eine englische Version der Karte sowohl auf Papier als auch als digitale Version existieren. Öffentlich einsehbar sind diese Versionen noch nicht.

Neues Interesse am Mond

Zudem unterstreicht die Karte das in den letzten Jahren wieder zugenommen Forschungsinteresse an Mond. In den kommenden Jahren planen sowohl die USA, China als auch die europäische Weltraumagentur ESA Missionen zum Erdtrabanten. Geplant sind etwa eine bemannte Mission der ESA bis 2030, die Installation eines Atomkraftwerks und des Kommunikations- und Navigationsnetzwerks LunaNet sowie eine permanente bemannte Mondbasis.

Science Bulletin, doi: 10.1016/j.scib.2022.05.021

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