Mission in Planung

Europäischer Astronaut soll bis 2030 auf dem Mond landen

Robert Klatt

Die Europäische Raumfahrtagentur (ESA) möchte bis spätestens 2030 einen Astronauten zum Mond befördern.

Paris (Frankreich). Zwischen 1969 und 1972 sind zwölf Astronauten der NASA auf dem Mond gelandet. Die U.S.A. sind damit die einzige Nation, die bisher Menschen auf den Erdtrabanten brachte. Laut einer Mitteilung der Europäischen Weltraumagentur (ESA) soll sich dies bis 2030 ändern. „Das Ziel ist, einen Astronauten oder eine Astronautin vor Ende der Dekade auf der Mondoberfläche zu sehen. Ich bin zuversichtlich, dass wir das erreichen werden“, sagte Josef Aschbacher, der Chef der ESA kürzlich in Paris.

Details zur kommenden Mondmission sind bisher jedoch noch nicht geregelt. Derzeit befindet sich die ESA laut Aschbacher an einem zentralen Verhandlungspunkt mit der NASA. Diese möchte ebenfalls in den kommenden Jahren erstmals seit rund 50 Jahren wieder Astronauten auf den Mond befördern.

Artemis-Mission mit Hilfe der ESA

Die bereits geplante Artemis-Mission der NASA wird stark durch die ESA unterstützt. Die Hilfe aus Europa ist demnach so stark, dass die NASA ohne die ESA den Erdtrabanten nicht erreichen könnte. „Das ist sicher unser gemeinsamer Weg zum Mond“, erklärt Aschbacher.

Später wollen die beiden Raumfahrtagenturen gemeinsam eine Raumstation in der Umlaufbahn des Mondes bauen, von der Mondlandungen möglich sind. Das „Lunar Orbital Platform-Gateway“ soll außerdem als Ausgangspunkt für bemannte Mission zum Mars und als Kontrollstation für Roboter auf der Oberfläche des Mondes dienen.

Drei Europäer auf dem Mond

Der deutsche Astronaut Alexander Gerst ist sich sicher, dass bis zum Jahr 2030 mindestens drei Europäer den Mond erreichen werden. „Wir liefern das Servicemodul für die Mondfähre »Orion«. Ohne diesen Teil könnte keine der Mondmissionen starten“, erklärt Gerst dem SPIEGEL. Die Artemis-Mission kann laut ihm deshalb nicht als amerikanisches Programm, sondern als amerikanisch-europäisches Programm bezeichnet werden. Als möglicher Kandidat für die Mondlandung gilt der Brite Tim Peake, der bereits sechs Monate auf der Internationalen Raumstation (ISS) verbrachte.

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