Projekte in der Wüste

Solar- und Windanlagen – China will bis 2060 klimaneutral werden

Robert Klatt

China möchte in den kommenden Jahren 450 GW neue Solar- und Windenergiekapazitäten errichten. Bis 2060 soll das Land kein CO₂ mehr emittieren.

Peking (China). Laut offiziellen Informationen verfügte China im Jahr 2020 über eine Leistung von 895 Gigawatt (GW) für die Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energiequellen. Das war mehr als die Europäische Union (EU), die U.S.A. und Australien zusammen. Am Ende des Jahres 2021 lag die Solarenergiekapazität in China bereits bei 306 GW und die Windkraftkapazität bei 328 GW. Dazu kommen weitere Quellen für sauberen Strom wie Biomasse, Erdwärme und Wasserkraft.

Trotzdem hat China in absoluten Zahlen die höchsten CO₂-Emissionen der Erde. Im Jahr 2019 hat das Land laut einer Studie der Rhodium Group erstmals mehr Treibhausgase freisetzt freigesetzt als die U.S.A., die EU und die übrigen Mitgliedsstaaten der Industrieländerorganisation OECD zusammen. Relativ gesehen liegen die CO₂-Emissionen noch knapp hinter Deutschland. Andere Länder wie etwa die U.S.A. haben etwa doppelt so hohe Pro-Kopf-Emissionen wie China.

Windkraft- und Solaranlagen in der Wüste

Damit die CO₂-Emissionen von China in den kommenden Jahren trotz des stetig zunehmenden Strombedarfs nicht weiter steigen, sollen laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters weitere 450 GW Wind- und Sonnenstromkapazität entstehen. Die Regierung plant dazu in der Wüste Gobi und in anderen Wüsten des Landes Windkraft- und Solaranlagen zu bauen.

Laut einer Erklärung von He Lifeng, Direktor der staatlichen Kommission für Entwicklung und Reform (SKER) während des Nationalen Volkskongresses ist dies „die größte Solar- und Windenergieerzeugungskapazität der Geschichte“.

100 GW Solarkapazität bereits im Bau

Aktuell sind in der Wüstenregion bereits 100 GW Solarkapazität im Bau. Um einen stabilen Netzbetrieb zu garantieren, sind laut He zudem hocheffiziente Kohlekraftwerke und Ultrahochspannungsleitungen erforderlich. Die Kohlekraftwerke sollen die erneuerbaren Energien bei geringem Wind unterstützen und damit eine stabile Grundlastversorgung gewährleisten.

Klimaneutralität bis 2060

Das ehrgeizige Projekt soll dabei helfen, dass China bis zum Jahr 2060 kohlendioxidneutral wird. Der Höhepunkt der Emissionen ist jedoch noch nicht erreicht. Erwartet wird es am Ende des Jahrzehntes. Danach sollen die CO₂-Emissionen konstant sinken. Bis zum Jahr 2030 möchte China seine Solar- und Windenergiekapazitäten deshalb auf 1,2 Terawatt erweitern.

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