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Indien und Brasilien betroffen

Klimawandel und Schlauchpilze gefährden Bananen

Der Klimawandel sorgt in den Hauptproduktionsländern Indien und Brasilien für sinkende Bananenerträge. Außerdem bedroht der ursprünglich aus Südostasien stammende Fusarium Pilz durch seine inzwischen große Verbreitung Bananenplantagen auf der ganzen Welt.

Exeter (England). Bananen gehören nicht nur in Deutschland zu den beliebtesten Obstsorten, sondern sind in einigen tropischen Regionen eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel und eine der größten Einkommensquellen der dortigen Landwirtschaft. Laut einer Studie der Universität Exeter könnte der Klimawandel beim weltweit größten Produzenten Indien und beim viergrößten Erzeuger Brasilien dazu führen, dass die Erntemengen aufgrund der steigenden Temperaturen und der geringen Regenmengen drastisch abnehmen. In anderen Regionen verbessert der Klimawandel hingegen die Lebensbedingungen der Frucht. Ob dies die kleiner werdenden Erträge der beiden Haupterzeuger ausgleichen kann ist aber noch fraglich.

Weizen, Mais und Kaffee ebenfalls mit geringen Ernten durch Klimawandel

Neben den Bananenerträgen sorgt der Klimawandel laut einer im Journal of the Royal Society Interface publizierten Studie ebenfalls dafür, dass die Weizenernten geringer ausfallen werden, wenn keine Gegenmaßnahmen in Form von gezielter Zucht widerstandsfähiger Sorten getroffen werden. Ähnliche Prognosen gibt es auch für Mais (Proceedings of the National Academy of Sciences) und Kaffee (Nature Plants).

Die nun im Fachmagazin Nature Climate Change veröffentlichte Studie basiert auf Daten von 27 Ländern, die zusammen 80 Prozent der globalen Anbauflächen für Bananen besitzen und damit für 86 Prozent der Bananenerzeugung verantwortlich sind. Ausgewertet haben die Wissenschaftler Daten über die jährlichen Durchschnittstemperaturen und Niederschlagsmengen, die sie in Kombination mit den Erträgen der einzelnen Regionen setzten, um zu ermitteln unter welchen Bedingungen gute Ernten möglich sind. Anschließend entwickelten die Wissenschaftler aus den Informationen ein Modell, das es ermöglicht Prognosen über die Entwicklung der Erntemengen unter Berücksichtigung der klimatischen Veränderungen zu erstellen.

Sehr hohe Temperaturen reduzieren Erntemengen

Im Untersuchungszeitraum von 1961 bis 2016 konnten die Erträge durchschnittlich um 1,37 Tonnen pro Hektar gesteigert werden. Verantwortlich dafür sind laut den Wissenschaftlern vor allem die durch den Klimawandel gestiegenen Temperaturen. Wenn es allerdings dazu kommt, dass das regionale Optimum überschritten wird, können die steigenden Temperaturen einen gegenteiligen Effekt auszulösen und zu geringeren Erntemengen führen. Laut den aktuellen Studienergebnissen sind derzeit von den Ernterückgängen lediglich vier der 27 untersuchten Länder betroffen. Sollte der Klimawandel anhalten, würde sich der Effekt allerdings ausweiten und auch in weiteren Ländern die Bananenernten beeinträchtigen.

Signifikant geringer Ernten in zehn Ländern erwartet

Um die in Zukunft zu erwarteten Erntemengen zu berechnen, haben die Wissenschaftler diese einmal mit einer ungebremsten Erderwärmung (RCP 8.5) und einmal mit einer milderen Erderwärmung (RCP 4.5) simuliert. Es zeigte sich dabei, dass bereits die mildere Erderwärmung, bei der die Ziele des Pariser Klimaabkommens eingehalten werden, dazu führt, dass in zehn der 27 Länder in den nächsten drei Jahrzehnten drastische Rückgänge der produzierten Bananenmengen zu erwarten sind.

Neben Indien und Brasilien würde dies mit Kolumbien und Costa Rica betreffen zwei weitere große Produzenten betreffen. Ecuador und einige afrikanische Länder könnten durch den Klimawandel hingegen ihre Bananenmengen steigern.

Schädlicher Pilz und extremes Wetter nicht berücksichtigt

Neben der stetig steigenden Durchschnittstemperatur bedrohen auch Wetterextreme, die selbst in gemäßigten Gegenden wie Mitteleuropa vermehrt auftreten werden, die Bananenproduktion.

Außerdem sehen die Wissenschaftler einen Pilz der Gattung Fusarium als große Bedrohung für die Bananenpflanzen, da der ursprünglich aus Südostasien stammende Parasit sich seit den 1990er Jahren weltweit ausgebreitet hat und auch in Ostafrika und Mittelamerika schon Plantagen befallen hat.

Insgesamt konstatieren die Forscher, dass „es unerlässlich ist, dass die Landwirtschaft in den Tropen auf die künftigen Klimaänderungen vorbereiten wird.“ Dies kann zum Beispiel durch frühzeitige Investitionen in neue Bewässerungssysteme erfolgen.

Nature Climate Change, doi:  10.1038/s41558-019-0559-9

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