Zur mobilen Website wechseln?

Temperaturrekorde

Klimawandel macht Hitzewellen wie im Juli hundertfach wahrscheinlicher

Hitzewellen und Temperaturrekorde werden durch den Klimawandel in Europa alle zehn statt alle 1.000 Jahre auftreten.

Oxford (England). Hitzewellen und Temperaturrekorde traten bereits vor der industriellen Revolution und des dadurch verursachen Klimawandels in großen zeitlichen Abständen auf. Laut einer über die World Weather Attribution (WWA) publizierten Studie, an der unter anderem die Universität Oxford beteiligt war, werden durch den menschengemachten Klimawandel Hitzewellen in Zukunft alle zehn statt alle 50 bis 100 Jahre auftreten. 

Neben dem häufigeren Auftreten von Temperaturrekorden sorgt der Klimawandel laut den Wissenschaftlern auch dafür, dass die Temperaturen während der Hitzewellen noch höhere Werte erreichen. Martha Vogel von der ebenfalls an der Studie beteiligten ETH Zürich erklärt, dass „es so gut wie sicher ist“, dass es die kürzlich aufgetretene Hitzewelle in Europa ohne den Klimawandel nicht gegeben hätte.

Klimawandel verstärkt Hitzewellen

Während der Hitzewelle im Juni und Juli wurden in den Niederlanden 40,4 Grad Celsius gemessen, in Belgien waren es bis zu 41,8 Grad Celsius und Deutschland und Frankreich war es in einigen Regionen sogar bis zu 42,6 Grad heiß. Ohne den Klimawandel wären diese Temperaturen laut den Studienergebnissen um eineinhalb und drei Grad Celsius kühler gewesen. Insgesamt gab es in Europa innerhalb der letzten 15 Jahren sieben Hitzewellen, von denen die vier heißesten Jahre die vergangenen vier Jahre waren. Die Wetteraufzeichnungen sind damit deckungsgleich mit der durch den Klimawandel ausgelösten Erderwärmung.

Hitzewellen in Zukunft deutlich häufiger

Eigentlich sind solche Rekordtemperaturen laut den Autoren der Studie „extrem seltene“ Ereignisse, die nur alle 1.000 Jahre auftreten. Ohne das menschliche Zutun zum Klimawandel wären laut dem aktuellen Forschungsstand derzeit Hitzewelle in Europa immerhin alle 50 bis 100 Jahre möglich. Gerechnet werden muss nun aber etwa alle zehn Jahre mit erneuten Hitzewellen, da diese durch den Klimawandel wesentlich öfter und stärker auftreten werden.

Die Folgen für die Umwelt aber auch die Wirtschaft dieser Hitzewellen sind desaströs. Neben Beeinträchtigungen im Bahnverkehr haben die hohen Temperaturen in Europa auch dafür gesorgt, dass Dürre auf den Feldern einen Teil der Ernte vernichtet hat und dass das Risiko für Waldbrände deutlich ansteigt. Inzwischen ist die Hitzewelle weiter nach Norden gezogen, wo sie nun das ohnehin schon rapide Abschmelzen der Gletscher in der Arktis weiter beschleunigt. Außerdem hat die Hitzewelle in Russland dafür gesorgt, dass Waldbrände eine Fläche von 31.000 Quadratkilometern, dies entspricht etwa der Fläche von Belgien, vernichtet haben. 

0 Kommentare

Schreib uns deine Meinung
Diese Seite ist geschützt durch reCAPTCHA und es gelten folgende Datenschutzerklärung und Nutzungsbedingungen von Google.