Klimawandel

Das reichste Prozent hat sein CO₂-Budget für 2026 schon aufgebraucht

 Robert Klatt

Hohe CO₂-Emissionen durch reiche Menschen )moc.sotohptisopedotoFelpmiS(Foto: © 

Das reichste Prozent der Weltbevölkerung hat sein CO₂-Budget für 2026 bereits aufgebraucht. Die durch den oft exzessiven Lebensstil noch folgenden Emissionen beschleunigen den Klimawandel stark und schaden dem ärmeren Teil der Menschen.

Berlin (Deutschland). Laut einer Studie der University of Leeds dürfen die aktuellen CO₂-Emissionen des Menschen maximal noch drei Jahre beibehalten werden, weil ansonsten das Kernziel des Pariser Klimaabkommens, das eine Begrenzung der Erderwärmung auf maximal 1,5 Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau vorsieht, nicht mehr erreicht werden kann. Oxfam hat nun eine Studie publiziert, laut der das reichste Prozent der Weltbevölkerung, das ein jährliches Einkommen von etwa 320.000 Euro hat, sein CO₂-Budget für 2026 bereits am 10. Januar 2026 aufgebraucht hat.

Demnach haben die (Super-)reichen Personen mit ihrem exzessiven Lebensstil, etwa mit Luxusflügen in der Business- oder First-Class, die laut einer Studie von Greenpeace e. V. rund fünfmal so viel CO₂ wie Flüge in der Economy-Class verursachen, im erst kürzlich begonnenen Jahr bereits so hohe CO₂-Emissionen verursacht, wie der Durchschnitt der Weltbevölkerung dies eigentlich im gesamten Jahr dürfte, um den Klimawandel nicht noch schneller voranschreiten zu lassen. Es ist somit nicht verwunderlich, dass sich immer mehr Menschen eine fairere Verteilung der CO₂-Emissionen wünschen.

1,3 Millionen hitzebedingte Todesfälle

Wissenschaftler von Oxfam haben berechnet, dass die hohen CO₂-Emissionen des einkommensstärksten Prozents der Weltbevölkerung den Klimawandel so stark beschleunigen, dass dadurch bis zum Ende des Jahrhunderts rund 1,3 Millionen zusätzliche hitzebedingte Todesfälle entstehen. In Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen kommt es zudem bis 2050 zu ökonomischen Schäden in Höhe von bis zu 44 Billionen US-Dollar, die ohne die hohen Emissionen der Reichen nicht auftreten würden.

„Ab dem 11. Januar plündern die Reichen und Superreichen die Treibhausgasbudgets der übrigen Weltbevölkerung. Die Superreichen müssen nicht nur ihre Treibhausgasemissionen drastisch senken, sondern sollten auch finanziell stärker in die Verantwortung genommen werden, um weltweit die Klimaziele zu erreichen und die Lebensgrundlage des Menschen zu schützen.“

In seinem Bericht kritisiert Oxfam außerdem, dass reiche Menschen und Unternehmen die Politik stark beeinflussen und dadurch Maßnahmen, die den Klimawandel verlangsamen würden, oft behindern. Ein Beispiel dafür sind die rund 1600 Lobbyisten von Unternehmen der fossilen Energieindustrie, die an der letzten Klimakonferenz in Brasilien teilgenommen haben.

„Durch ihre immense Macht und ihren Reichtum nehmen Superreiche und ihre Unternehmen großen Einfluss auf die Politik und schwächen die globale Klimapolitik.“

CO₂-Emissionen von Superreichen

Angesichts der Situation fordert Oxfam, dass die Politik Maßnahmen umsetzen sollte, die die Emissionen von Superreichen reduzieren. Denkbar wäre etwa eine Einschränkung von Privatjets, weil diese laut einer Studie der Linnaeus University (LNU) immer höhere CO₂-Emissionen verursachen und selbst auf Strecken von unter 50 Kilometern zunehmend eingesetzt werden. Zudem könnten Steuern auf die Gewinne von Öl-, Gas- und Kohleunternehmen und besonders hohe Vermögen jährlich rund 400 Milliarden US-Dollar einbringen, also eine Summe, die etwa den Kosten der Klimaschäden im Globalen Süden entspricht.

Quellen:

Pressemitteilung von Oxfam Deutschland e.V.

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