Robert Klatt
Luxusflüge in der First- und Business-Class sind deutlich klimaschädlicher als Economy-Class-Flüge, weil sie deutlich mehr Platz benötigen und dadurch mehr Flugzeuge für dieselbe Anzahl an Passagieren erforderlich sind. Mehrere Länder wollen deshalb eine Sonderabgabe auf besonders klimaschädliche Flüge in den Luxusklassen einführen.
Hamburg (Deutschland). Menschen mit einem hohen Einkommen verursachen überdurchschnittlich hohe CO₂-Emissionen. Laut einer Studie des Internationalen Instituts für Angewandte Systemanalyse (IIASA) sind die Emissionen der reichsten zehn Prozent der Menschen fast allein für den Klimawandel verantwortlich. Hätte es diese Emissionen nicht gegeben, hätte sich die Erde seit 1990 nahezu nicht aufgewärmt.
Greenpeace e. V. hat nun eine Studie publiziert, die die Auswirkungen des Lebensstils von wohlhabenden Menschen auf die CO₂-Emissionen erneut verdeutlicht. Die Wissenschaftler der Berliner Denkfabrik T3 haben im Auftrag der Umweltschutzorganisation verglichen, wie stark die Emissionen eines Langstreckenflugs in der First- und Business-Class sich von den Emissionen eines Fluges in der Economy-Class unterscheiden.
Die Forscher von T3 haben für ihre Studie alle Langstreckenflüge von 24 Fluggesellschaften aus 44 europäischen Ländern aus dem Jahr 2024 analysiert. Um die Emissionen der unterschiedlichen Klassen zu ermitteln, wurden die Emissionen der Flugzeuge mit der Auslastung ins Verhältnis gesetzt. Es konnte so ermittelt werden, dass lediglich 14 Prozent der Passagiere in der First- und Business-Class fliegen, dass diese aber für 36 Prozent der Emissionen verantwortlich sind.
Laut den Ergebnissen verursacht ein Langstreckenflug in der Business-Class rund vier- bis fünfmal so hohe CO₂-Emissionen wie ein Flug in der Economy-Class, weil er deutlich mehr Platz benötigt. Ein Flug in der Premium-Economy-Class hat rund 50 Prozent höhere CO2-Emissionen als ein Economy-Class-Flug.
„In der First- und Business-Class die Beine lang machen, während unten die Welt in Flammen aufgeht, ist rücksichtslos. Wer auf unser aller Kosten derart klimaschädlich reisen will, sollte auch angemessen dafür zahlen müssen. Deutschland und die EU insgesamt brauchen so schnell wie möglich eine Klimaabgabe auf derart verschwenderische Tickets.“
In Anbetracht der Situation planen mehrere Länder die Einführung einer Sonderabgabe auf besonders klimaschädliche Flüge in den Luxusklassen, darunter Frankreich und Großbritannien. Bei einer Höhe von 340 Euro in der First-Class, 220 Euro in der Business-Class und 75 Euro in der Premium-Economy würde diese mindestens 3,3 Milliarden Euro Zusatzeinnahmen erzielen, die in den Klimaschutz investiert werden könnten, ohne dass Flugreisen für einen Großteil der Passagiere teurer werden würden.
Quellen:
Pressemitteilung von Greenpeace e. V.