Steuern und Co.

Ambitionierte Klimapolitik führt zu weniger CO₂-Emissionen

 Robert Klatt

Solarförderung und Co. reduzieren CO₂-Emissionen stark )moc.sotohptisopedevitaercllams(Foto: © 

Eine umfassende statistische Analyse zeigt, dass klimapolitische Maßnahmen jährlich so viel CO₂-Emissionen einsparen, wie alle Mitgliedsstaaten der Europäischen Union (EU) gemeinsam ausstoßen. Am größten ist die Wirkung von ökonomischen Maßnahmen wie der CO₂-Steuer.

Oxford (England). Die CO₂-Emissionen des Menschen steigen kontinuierlich, unter anderem, weil die Öl-, Gas- und Kohleförderung trotz des Klimawandels ausgebaut statt reduziert wird. Eine Studie der University of Leeds hat kürzlich gezeigt, dass dies dazu führen wird, dass das 1,5-Grad-Ziel des Pariser Klimaabkommens bald überschritten wird. Forscher der Universität Heidelberg haben angesichts dieser Situation untersucht, ob staatliche Maßnahmen zur Reduzierung der CO₂-Emissionen, etwa die Förderung von Elektroautos, die schon nach zwei Jahren klimafreundlicher sind als Benziner , tatsächlich die gewünschte Wirkung erzielen.

Die Studie basiert auf Daten zu Klimaschutzmaßnahmen der 43 größten Volkswirtschaften, die gemeinsam für mehr als drei Viertel der globalen CO₂-Emissionen verantwortlich sind. Zudem haben die Forscher Fallstudien für Brasilien, China, Estland, Großbritannien, Indonesien, Israel, Mexiko und die U.S.A. einbezogen. Die statistische Analyse dieser umfassenden Daten zeigt, dass durch klimapolitische Maßnahmen allein in 2022 rund Milliarden Tonnen CO₂-Emissionen verhindert wurden, was etwa den jährlichen CO₂-Emissionen aller Mitgliedsstaaten der Europäischen Union (EU) entspricht.

Ökonomische, regulative und freiwillige klimapolitische Maßnahmen

Wie die Forscher erklären, zeichnet sich eine ambitionierte staatliche Klimapolitik vor allem durch eine Vielzahl unterschiedlicher Klimaschutzmaßnahmen aus. Diese Maßnahmen können entweder ökonomisch sein, etwa eine CO₂-Steuer auf fossile Brennstoffe, regulativ, etwa das Verbot von Autos mit Verbrennungsmotor, oder auf der Freiwilligkeit der Bewohner beruhen.

„Dabei sind wir der Frage nachgegangen, ob eher breite oder besonders spezialisierte Ansätze bei der Reduzierung von Emissionen erfolgreicher waren.“

Die statistische Analyse zeigt, dass die klimapolitischen Maßnahmen in Staaten mit einem eher ökonomischen Ansatz und in Staaten mit einem regulativen Ansatz die größte Wirkung hatten. Die Maßnahmen waren zudem besonders effektiv, weil sie auf die größten Emissionsquellen ausgerichtet waren, also vor allem auf den Verkehr und die Energieversorgung.

Hohe Wirksamkeit der CO2-Steuer

Laut den Studienergebnissen erzielen ökonomische Maßnahmen wie die CO₂-Steuer oder Subventionen für klimaneutrale Technologien die größte Emissionsminderung. Staaten, die im Rahmen von internationalen Kooperationen Klimaschutzmaßnahmen vereinbart haben und diese etwa im Rahmen von globalen Klimakonferenzen gesetzlich festgelegt haben, konnten zudem ihre Emissionen deutlich stärker reduzieren als Staaten, die daran nicht teilgenommen haben. Trotz der Erfolge der unterschiedlichen Klimaschutzmaßnahmen betonen die Wissenschaftler klar, dass die aktuellen Anstrengungen nicht annähernd ausreichen, um den Klimawandel zu bremsen.

„Die Zahl staatlicher Instrumente für den Klimaschutz wächst – und sie wirken, trotz zunehmender politischer Debatten um ihre Notwendigkeit und Wirksamkeit. Allerdings bleiben die Emissionen weiter viel zu hoch, um den Klimawandel zu stoppen oder zumindest zu verlangsamen. Die Herausforderung für die Zukunft wird es sein, die Politikinstrumente noch zielgerichteter und stringenter als bisher einzusetzen“

Quellen:

Pressemitteilung der Universität Heidelberg

Pressemitteilung der Cardiff University

Pressemitteilung der Universität von East Anglia (UEA)

Studie im Fachmagazin Nature Communications, doi: 10.1038/s41467-026-68577-z

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