Elektroautos

Akkuzelle vollständig aus Recyclingmaterial produziert

Robert Klatt

Das Unternehmen Northvolt hat eine Akkuzelle für ein Elektroauto vollständig aus Recyclingmaterial produziert. Nun wird eine industrielle Anlage zum Recycling alter Akkus und Produktionsabfällen in Schweden gebaut.

Skellefteå (Schweden). Die Gewinnung von Rohstoffen für die Akkuproduktion und das Recycling von alten Akkus gehören zu den zentralen Problemen der Elektromobilität. Wissenschaftler des Fraunhofer IPA entwickeln aktuell deshalb einen Roboter, der automatisch ausgediente Batterien von Elektroautos in ihre Bestandteile demontieren soll. Nun das schwedische Unternehmen Northvolt im Rahmen des Projekts Revolt erstmals eine Akkuzelle vorgestellt, die vollständig aus recycelten Rohstoffen besteht.

Wie das Unternehmen erklärt, stammen die besonders wertvollen Materialien der Akkuzelle Nickel, Mangan und Kobalt aus Akkuabfällen. Mithilfe eines hydrometallurgischen Verfahrens konnte Northvolt die Rohstoffe mit geringem Energieaufwand zurückgewinnen.

Recyclinganlage geplant

Im nächsten Schritt möchte Northvolt das Recyclingverfahren im industriellen Maßstab nutzen. Dazu soll die Recyclinganlage Revolt Ett unmittelbar neben der Akkuzellfabrik Northvolt Ett Gigafactory in Skellefteå in Nordschweden errichtet werden. Es soll sich dabei um das Werk für das Akku-Recycling in Europa handeln. Der Bau soll bereits im ersten Quartal 2022 starten und im Jahr 2023 abgeschlossen sein.

Produktionsabfälle und alte Akkus als Rohstoffe

Die Rohstoffe für die Akkufabrik soll Revolt Ett sowohl aus Produktionsabfällen als auch aus alten Akkus gewinnen. Neben Nickel, Mangan und Kobalt sollen in Zukunft auch weitere Materialien wie Kupfer, Lithium, Aluminium und die Kunststoffe der Akkus recycelt werden.

Pro Jahr soll Revolt Ett rund 125.000 Tonnen Akkus verarbeiten können. Northvolt möchte es so schaffen, dass bis 2030 die Produktion neuer Akkuzellen zur Hälfte aus recycelten Rohstoffen erfolgt. Dabei soll die Akkufabrik pro Jahr Zellen mit einer Kapazität von 60 Gigawattstunden (GWh) herstellen.

„Wir haben hier einen Weg zur Schließung des Kreislaufs für Akkus gezeigt und dass es eine nachhaltige, umweltfreundliche Alternative zur herkömmlichen Gewinnung von Rohstoffen für die Batterieproduktion im Bergbau gibt. Mit dem Recyclingverfahren können bis zu 95 Prozent der Metalle aus den Akkus zurückgewonnen werden, und das in einem Reinheitsgrad, der dem von frischem Material gleichkommt. Wir müssen jetzt die Recyclingkapazitäten ausbauen, um den künftigen Mengen an Batterien, die recycelt werden müssen, gerecht zu werden“, erklärt Emma Nehrenheim, Leiterin des Revolt-Programms.

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