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Gesundheitsgefahr für Menschen

Großstadt-Ratten verbreiten multiresistente Bakterien

60 Prozent der in Wien gefangenen Ratten tragen multiresistente Keime in sich. Die Studienautoren empfehlen deshalb zum Schutz der Gesundheit der Menschen die Bekämpfung von Nagetieren in den Städten.

Wien (Österreich). Eine kürzlich von der Tierärztlichen Hochschule Hannover (TiHo) veröffentlichte Studie zeigt, dass Marder, Füchse und andere Wildtiere in Deutschland häufig von zoonotischen Parasiten befallen sind, die auch auf den Menschen übertragen werden können. Deutlich gefährlicher als die Wildtiere, die kaum mit dem Menschen in Kontakt kommen, sind hingegen Ratten, die auch in mitteleuropäischen Städten häufig die Anzahl der dort lebenden Menschen um ein Vielfaches übertreffen.

Durch ihre versteckte Lebensweise in Abwassersystemen oder auf Müllhalden kommt es laut einer Studie der Veterinärmedizinischen Universität Wien dazu, dass die Tiere multiresistente Krankheitserreger aufnehmen und verbreiten, was sie auch für den Menschen zu einer ernsten Bedrohung macht. Amélie Desvars-Larrive, Autorin der im Fachmagazin Eurosurveillance publizierten Studie erklärt, dass „wie groß die Rolle der urbanen Wildtiere als Reservoire oder Vektoren für Resistenzen wirklich ist, bisher jedoch erst in Teilen verstanden wurde.“

62 Ratten aus der Wiener Innenstadt untersucht

Die Wissenschaftler haben aus diesem Grund 62 Wanderratten (Rattus norvegicus) in der Wiener Innenstadt gefangen. 36 der Tiere stammen vom zentralen Karlsplatz, 26 von der Promenade am Donaukanal. Im Anschluss wurden Nase-, Rachen- und Darmproben der Ratten auf resistente Entero- und Staphylococcus-Bakterien untersucht.

Es zeigte sich dabei, dass jede siebte Ratte multiresistente Bakterien wie zum Beispiel Enterobacter cloacae in sich trug. MRSA-Keime, die auch als Krankenhauskeime bekannt sind, wurden hingegen bei 59,7 Prozent der untersuchten Ratten nachgewiesen. Laut den Studienautoren entspricht dies in etwa der Häufigkeit, die ähnliche Studien bei Ratten in Hongkong oder Berlin nachgewiesen haben.

Wechselwirkung zwischen Tieren und Mensch nicht untersucht

Welches Risiko, durch die mit multiresistenten Keimen infizierten Ratten für den Menschen ausgeht wurde in der Studie hingegen nicht untersucht. Die Wissenschaftler konstatieren jedoch, dass obwohl die genaue Wechselwirkung zwischen Menschen und den mit multiresistenten Keimen belasteten Ratten ungeklärt ist und daher nicht genau abgeschätzt werden kann welche Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen daraus entstehen, allein die enorme Häufigkeit bereits besorgniserregend ist.

Urbanisierung lässt Risiko weiter steigen

Zusätzlich sorgt die anhaltende Urbanisierung, die laut Prognosen dazu führt, dass bis 2030 60 Prozent der Weltbevölkerung in Städten leben wird, dafür, dass Kontakte zwischen Menschen und mit multiresistenten Keimen belasteten Tieren weiter zunehmen werden. Die Wissenschaftler sehen aus diesem Grund „die Bekämpfung von Ratten, aber auch anderer Nagetiere wie Mäusen, in Städten als eine wichtige Priorität für die öffentliche Gesundheit.“

Eurosurveillance, doi: 10.2807/1560-7917.ES.2019.24.32.1900149

1 Kommentar

Dummschwätzer
Das war schon einst so, dass die Kirche die Katzen als des Satans ansahen und sie alle töteten und als Gottes Dank von der Pest dahin gerafft wurden.

Sollte man nicht eher etwas gegen Entstehungsherde multiresistenter Keime machen indem Keime einfach anders bekämpft werden?
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