Drogenkonsum

Alkohol - Ist Wein ungefährlicher als Bier oder Schnaps?

 Robert Klatt

Rotwein ist gesundheitlich unbedenklicher als anderer Alkohol )moc.sotohptisopedanirbereSallA(Foto: © 

Alkohol ist vor allem in hohen Mengen extrem gesundheitsschädlich und erhöht das allgemeine Sterberisiko stark. Bei Personen mit einem geringen oder moderateren Konsum der Droge hängt das Gesundheitsrisiko zudem vom Alkoholtyp ab. Bier und Spirituosen erhöhen das Sterberisiko deutlich mehr als Wein, obwohl die konsumierte Alkoholmenge identisch ist.

Changsha (China). Alkohol galt in geringen Mengen lange als gesundheitlich unbedenklich. Inzwischen haben mehrere Studien belegt, dass die beliebte Droge auch bei einem moderateren Konsum der Gesundheit schadet, etwa indem sie das Risiko für über 60 Krankheiten erhöht. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) hat deshalb kürzlich ihre Empfehlungen zum Alkoholkonsum aktualisiert und rät allen Menschen dazu, komplett auf das Zellgift zu verzichten. In Deutschland konsumiert trotzdem noch ein Drittel der Menschen Alkohol in Mengen, die ein moderates bis hohes Gesundheitsrisiko auslösen.

Forscher der Central South University (CSU) haben nun eine Studie publiziert, laut der nicht nur die Menge des Alkohols das Gesundheitsrisiko beeinflusst, sondern auch die Art des alkoholischen Getränks. Wein ist demnach ungefährlicher als Bier oder Spirituosen, auch wenn die enthaltene Alkoholmenge identisch ist.

Gesundheitsdaten von 341.000 Erwachsenen

Die Gesundheitsdaten von 341.000 Erwachsenen aus der UK Biobank zeigen, dass vor allem ein hoher Alkoholkonsum von mehr als 20 Gramm bei Frauen und mehr als 40 Gramm bei Männern täglich extrem gesundheitsschädlich ist und das allgemeine Sterberisiko gegenüber Personen, die keinen oder nur moderat viel Alkohol trinken, stark erhöht (+ 24 %). Der hohe Alkoholkonsum erhöht vor allem das Risiko, an Krebs (+ 36 %) oder an einer Herzerkrankung (+ 14 %) zu sterben, deutlich.

Bei Personen mit einem moderaten Alkoholkonsum, also täglich 10 bis 20 Gramm bei Frauen und 20 bis 40 bei Männern, und einem geringen Alkoholkonsum, also maximal 10 Gramm täglich und 20 Gramm wöchentlich bei Frauen und 20 Gramm täglich und 20 Gramm wöchentlich bei Männern, bestehen zudem deutliche Risikounterschiede je nach Alkoholtyp. Spirituosen, Bier und Cider erhöhen das allgemeine Sterberisiko bei diesen Gruppen demnach deutlich mehr als Wein, obwohl die konsumierte Alkoholmenge identisch ist.

Deutlich reduziertes Risiko für Herz-Kreislauf-Todesfälle

Die Unterschiede werden vor allem bei Herz-Kreislauf-Todesfällen deutlich, die bei moderaten Weintrinkern deutlich geringer sind (- 21 %) als bei Personen, die Alkohol aus anderen Quellen trinken. Die Wissenschaftler kommen somit zu dem Ergebnis, dass das Gesundheitsrisiko der Droge nicht nur von der Konsummenge, sondern auch vom Alkoholtyp abhängt.

„Selbst ein niedriger bis mittlerer Konsum von Spirituosen, Bier oder Apfelwein ist mit einer höheren Sterblichkeit verbunden, während ein niedriger bis mittlerer Weinkonsum ein geringeres Risiko birgt.“

Die unterschiedlichen Risikoprofile könnten laut den Forschern entstehen, weil vor allem Rotwein Polyphenole und Antioxidantien enthält, also Verbindungen, die die Herz-Kreislauf-Gesundheit fördern.

Quellen:

Jahressitzung des American College of Cardiology (ACC) 

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