Planet 9

Fortschritte bei der Suche nach dem neunten Planeten

von D. Lenz

Mit Hilfe neuer Daten der Raumsonde Cassini konnten Astronomen einen ersten Etappensieg bei der Suche nach dem neunten Planeten verbuchen.

Paris (Frankreich). Jenseits der Neptun Bahn, am äußersten Rand des Sonnensystems, wird ein neunter Planet vermutet. Bisher konnte er nur in mathematischen Modellen durch Computersimulationen gefunden werden. Jetzt ist es den französischen Wissenschaftlern gelungen, durch die Cassini Raumsonde, die Suche weiter einzugrenzen. Zwei Gebiete konnten bisher bei der Suche nach dem Planeten ausgeschlossen werden. Das berichtete das Team in der Zeitschrift Astronomy and Astrophysics. Aufgabe der Astronomen ist es, die mutmaßlich sehr elliptische Umlaufbahn des neunten Planeten um die Sonne zu berechnen. Hierbei müssen die Bewegungen der bekannten Planeten, an denen der neunte Planet vorbeikommt, mitberücksichtigt werden.

Aktuelle Berechnungen geben erste Geheimnisse preis

Durch eine Analyse der aktuellen Bewegungen bekannter Planeten konnten zwei mögliche Suchgebiete ausgeschlossen werden. Lediglich auf der Hälfte seiner Umlaufbahn wird der neunte Planet die Bahnen anderer Planeten beeinflussen. Er ist sehr weit von der Sonne entfernt. Anfang des Jahres rechneten US-Forscher aus, dass die Umlaufbahn des neunten Planeten weit hinter dem Neptun liegt. Folglich würde er zwischen 10.000 und 20.000 Jahre benötigen, um die Sonne zu umkreisen.

Vom Planeten zum Zwergplanet

Es wird vermutet, dass der Planet mit seiner Gravitationskraft andere Himmelskörper im Kuipergürtel beeinflussen könnte. Zu dieser Region gehören die kleinen Planeten Eris, Pluto, Makemake und Haumea. Früher wurde Pluto als der neunte Planet bezeichnet. Er wurde aber zwischenzeitlich zu einem Zwergplaneten zurückgestuft. Daher umkreisen offiziell lediglich die acht Planeten Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun um unsere Sonne.

Bahnstörungen könnten den neunten Planeten verraten

Sollte tatsächlich ein neunter Planet existieren, so könnten die an den Bahnen von anderen Himmelskörpern von ihm verursachten Störungen seine Position zeigen. 1846 wurde Pluto entdeckt, als er die Bahn des Uranus störte. Pluto war der erste Planet, der durch reine Berechnungen und nicht durch Sichtkontakt entdeckt wurde. Andere beobachtete Bahnstörungen von Planeten hatten nichts mit dem Auftauchen eines neuen Planeten zu tun.

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