Lebensmittel

Rindfleischproduktion zerstört die größten Waldflächen

 Robert Klatt

Waldrodung für die Landwirtschaft )moc.sotohptisopedyerachcir(Foto: © 

Global werden immer mehr Wälder gerodet, um Flächen für die Landwirtschaft zu schaffen. Den größten Anteil an der zunehmenden Rodung hat Rindfleisch.

Göteborg (Schweden). Die Produktion von tierischen Lebensmitteln beschleunigt durch die hohen CO₂- und Methanemissionen den Klimawandel und verursacht signifikante Umweltschäden. Laut einer Studie des Bard College ist vor allem Rindfleisch problematisch, weil es bis zu 40-mal CO₂-intensiver als andere Proteinquellen ist. Forscher der Chalmers University of Technology (Chalmers) haben nun eine Studie publiziert, die untersucht hat, für welche Lebensmittel im Zeitraum von 2001 bis 2023 global die größten Waldflächen zerstört wurden.

Laut der Analyse wurden in diesem Zeitraum rund 128 Millionen Hektar Wald gerodet, damit die Landwirtschaft die Flächen nutzen kann, davon ein Großteil in den Tropen (80 %). Die umfassende Rodung hat rund 50 Milliarden Tonnen CO₂-Emissionen ausgelöst.

„In unserer Studie haben wir umfangreiche Satellitendaten zur Landnutzung mit Agrarstatistiken so kombiniert, dass wir ein bisher umfassendstes und genauestes Bild davon erhalten, was die weltweite Entwaldung antreibt.“

49,5 Millionen Hektar Abholzung für Rindfleisch

Die Rindfleischproduktion hat mit 49,5 Millionen Hektar abgeholzter Fläche den größten Anteil am gerodeten Wald (39 %), gefolgt von Palmöl, für dessen Anbau rund 10,8 Millionen Hektar Wald gerodet wurden. Danach folgen Grundnahrungsmittel wie Mais, Reis und Maniok (11 %), die vor allem von der lokalen Bevölkerung konsumiert werden. Wie die Autoren erklären, hat die Wissenschaft diese Lebensmittel zuvor kaum als entscheidende Faktoren für die zunehmende Entwaldung angesehen. Lebensmittel, die vor allem exportiert werden, etwa Kaffee und Kakao, haben gemeinsam einen Anteil von etwa fünf Prozent.

„Die Debatte über Entwaldung hat sich stark darum gedreht, wie Menschen in reichen Ländern wie unserem mit ihren Rohstoffimporten Entwaldung verursachen, und das ist absolut wichtig anzugehen. Aber ein großer Teil der Entwaldung wird durch Agrarproduktion für Binnenmärkte angetrieben.“

Geringere CO₂-Emissionen als bisher angenommen

Laut den analysierten Daten sind die durch die Rodung entstandenen CO₂-Emissionen weniger als halb so hoch, wie bisher angenommen wurde.

„Selbst wenn die Zahl niedriger ist als frühere Schätzungen, verursacht die landwirtschaftlich getriebene Entwaldung immer noch rund 5 Prozent der gesamten CO2-Emissionen der Welt.“

Die deutlichen Unterschiede zu früheren Studien lassen sich laut den Wissenschaftlern durch bessere Daten erklären und nicht dadurch, dass die Entwaldung geringer ist als zuvor gedacht. Die aktuelle Studie basiert auf Daten von 179 Ländern und deckt 184 landwirtschaftliche Produkte ab. Die Entwaldung durch den Bergbau, den Energiesektor und andere Industrien wurde nicht berücksichtigt. Die Forscher planen deshalb eine weitere Studie, die auch diese Entwaldungsfaktoren analysieren soll.

Quellen:

Studie im Fachmagazin Nature Food, doi: 10.1038/s43016-026-01305-4

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