Autos mit Benzin- & Diesel

Neuwagen haben deutlich höhere CO₂-Emissionen als Hersteller angeben

Robert Klatt

Auto mit hohen CO₂-Emissionen )kcotS ebodAokkraJ(Foto: © 

Neue Autos mit Benzin- und Dieselmotor benötigen deutlich mehr Treibstoff als die Hersteller bewerben. Dies resultiert in höheren CO₂-Emissionen.

Washington D.C. (U.S.A.). Daten des Europäischen Rechnungshofs (EuRH) zeigten kürzlich, dass die CO₂-Emissionen des Verkehrssektors in der Europäischen Union (EU) in den letzten Jahrzehnten nahezu unverändert blieben, obwohl die Technik deutlich effizienter wurde. Laut den Analysten liegt dies primär an den immer leistungsstärkeren Motoren sowie den größeren und schwereren Autos.

Eine Studie des International Council on Clean Transportation (ICCT), einer Forschungsorganisation, die an der Aufdeckung des VW-Abgasskandals mitbeteiligt war, zeigt nun, dass die CO₂-Emissionen von Neuwagen im Mittel 14,1 Prozent höher sind als die offiziellen Herstellerangaben. Im Umkehrschluss bedeutet dies auch, dass neue Autos im durchschnittlich 14,1 Prozent mehr Benzin oder Diesel benötigen als die Produzenten bewerben. Laut dem ICCT lag die Differenz 2018 bei nur 7,7 Prozent.

Nahezu keine Reduzierung der CO₂-Emissionen

Als Datenbasis haben die Wissenschaftler des ICCT das Internetportal spritmonitor.de verwendet. Die Datenbank umfasst reale Verbrauchswerte von über 160.000 Autos. Die offiziellen Herstellerangaben stammen aus dem Bestand der Europäischen Umweltagentur (EEA). Laut offiziellen Daten haben die Autohersteller die CO₂-Emissionen ihrer Verbrenner seit 2009 um 19,5 Prozent reduziert. Die Studie des ICCT zeigt jedoch, dass es sich dabei um geschönte Werte handelt und die CO₂-Emissionen in der Realität lediglich um 5,8 Prozent gesunken ist.

Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure (WLTP)

In EU werden die offiziellen CO₂-Emissionen von neuen Autos seit 2017 mit der Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure (WLTP) erfasst. Der Abstand zwischen den Laborwerten und den realen Werten lag im ersten Nutzungsjahr des Verfahrens bei 32,7 Prozent. In den späteren Jahren ist es auf nur 7,7 Prozent gesunken. Laut Jan Dornoff, leitender ICCT-Wissenschaftler, nimmt die Differenz aktuell aber wieder zu.

„Wird hier nicht gegengesteuert, verlieren die offiziellen CO2-Emissionswerte zunehmend an Aussagekraft für die tatsächlichen Emissionen.“

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