Hohe CO₂-Emissionen

Ernährung von Hunden kann noch klimaschädlicher als von Menschen sein

 Robert Klatt

Hundefutter mit viel Muskelfleisch ist klimaschädlich )moc.sotohptisopedoseedemad(Foto: © 

Hundefutter mit viel hochwertigem Muskelfleisch verursacht hohe CO₂-Emissionen, die noch höher sein können als die ernährungsbedingten Emissionen der Besitzer. Pflanzenbasierte Hundefutter können die Klima- und Umweltfolgen der Tiere deutlich reduzieren.

Edinburgh (Schottland). Forscher der Technischen Universität Berlin (TU Berlin) haben 2020 berechnet, dass ein mittelgroßer Hund in seinem Leben etwa so viel CO₂-Emissionen verursacht wie 72.800 Autokilometer. Forscher der University of Edinburgh haben nun analysiert, wie sich die unterschiedlichen Hundefutterarten auf die CO₂-Emissionen der Tiere auswirken. Dabei haben sie entdeckt, dass Hunde, die ausschließlich mit fleischreichem Premiumfutter gefüttert werden, höhere ernährungsbedingte CO₂-Emissionen verursachen können als die Ernährung der Besitzer.

Die Studie basiert auf Zutatenlisten und Nährwertkennzeichnungen von rund 1.000 handelsüblichen Hundefuttern, deren CO₂-Bilanz die Forscher anhand der Emissionen, die bei der Produktion anfallen, berechnet haben. Die untersuchten Produkte umfassen Trocken-, Nass- und Rohfutter, aber auch pflanzenbasierte Varianten und getreidefreie Optionen.

Bis zu 65-mal höhere Emissionen

Die Analyse offenbart, dass es deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Hundefuttern gibt. Die Produkte mit den höchsten Emissionen verursachen demnach bis zu 65-mal höhere Emissionen als die klimafreundlichsten Hundefutter. Entscheidend ist dabei vor allem der Anteil an hochwertigem Muskelfleisch, das sich auch als Lebensmittel für Menschen eignen würde.

Wenn das Futter stattdessen hauptsächlich aus den ebenfalls nährstoffreichen Schlachtabfällen produziert wird, sind die Klima- und Umweltauswirkungen deutlich geringer. Im Durchschnitt hat Trockenfutter, das nicht getreidefrei ist, die geringsten Auswirkungen, gefolgt von Nassfutter, Rohfutter und getreidefreiem Hundefutter.

„Als Tierarzt, der im Bereich ökologische Nachhaltigkeit arbeitet, sehe ich regelmäßig, wie Besitzerinnen und Besitzer zwischen dem Ideal von Hunden als fleischfressenden ‚Wölfen‘ und ihrem Wunsch, Umweltschäden zu verringern, hin- und hergerissen sind. Unsere Forschung zeigt, wie groß und wie unterschiedlich die Klimaauswirkungen von Hundefutter tatsächlich sind. Für Halterinnen und Halter ist es wichtig zu wissen, dass die Wahl von getreidefreiem, nassem oder rohem Futter im Vergleich zu herkömmlichem trockenem Futter zu höheren Auswirkungen führen kann.“

Geringer Anteil an hochwertigem Muskelfleisch

Die Wissenschaftler erklären, dass Hundebesitzer, die die Futterart nicht wechseln wollen, aber trotzdem die CO2-Emissionen reduzieren möchten, beim Kauf auf die Beschreibung der verwendeten Fleischstücke achten sollten. Dabei ist ein möglichst geringer Anteil an hochwertigem Muskelfleisch wichtig. Zudem kann veganes Hundefutter, das laut einer Studie der University of Nottingham ein ähnliches Nährstoffprofil wie Hundefutter mit Fleisch haben kann, dabei helfen, die Klimafolgen der Hundehaltung zu senken.

„Die Heimtierfutterindustrie sollte sicherstellen, dass die verwendeten Fleischstücke zu den Sorten gehören, die typischerweise nicht von Menschen gegessen werden, und dass die Kennzeichnung klar ist. Diese Schritte können dazu beitragen, dass wir gesunde, gut gefütterte Hunde haben, mit einem kleineren Pfotenabdruck auf dem Planeten.“

Quellen:

Pressemitteilung der University of Edinburgh

Studie im Fachmagazin Journal of Cleaner Production, doi: 10.1016/j.jclepro.2025.147277

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