13.312 Solarpaneele

Schwimmendes Solarkraftwerk versorgt Singapur mit Strom

Robert Klatt

In Singapur wurde schwimmendes Solarkraft mit 5 Megawatt Leistung fertiggestellt. Die Position auf dem Meer bietet gegenüber Solarkraftwerken an Land einige Vorteile.

Singapur (Singapur). Singapur wird einen Teil seines Stroms in Zukunft von einem schwimmenden Solarkraft erhalten, das kürzlich in der Straße von Johor zwischen dem südostasiatischen Stadtstaat und Malaysia fertiggestellt wurde. Das von Sunseap errichtete Solarkraftwerk ist eine der größten schwimmenden Anlagen der Welt.

Rund 30.000 Schwimmkörper tragen 13.312 Solarpaneele sowie 40 Wechselrichter, einen 22-Kilovolt-Transformator und das Kontrollsystem. Ein Unterseekabel überträgt den elektrischen Strom nach Singapur. Außerdem hat Sunseap ein klimatisiertes Deck als Aussichtspunkt und Besucherzentrum in die Anlage integriert.

5 Megawatt Leistung

Die Spitzenleistung des Kraftwerks liegt bei etwa 5 Megawatt. Laut dem Energieversorger Sunseap soll der schwimmende Solarpark damit pro Jahr über 6 Millionen Kilowattstunden produzieren. Dies spart im Vergleich zur Stromproduktion in einem Kohlekraftwerk mehr als 4.200 Tonnen CO2 pro Jahr.

Damit die Anlage auch bei schwierigen Wetterbedingungen nicht beschädigt wird, sorgt ein komplexes Verankerungssystem für eine stabile Position. Überdies stellt das Verankerungssystem sicher, dass die Anlage nicht in den für die Schifffahrt vorgesehen Bereich der Straße von Johor abdriftet.

Höhere Leistung als an Land

„Dies ist ein wichtiger Meilenstein für Sunseap, da wir glauben, dass Offshore-Flächen wie das Meer, Stauseen, Seen usw. spannende Möglichkeiten für landarme und dicht besiedelte Städte bieten, um Solarenergie zu nutzen. Es sind Orte, die nicht von der Sonne abgeschirmt sind und ein geringes Risiko von Vandalismus oder Diebstahl aufweisen. Wir glauben, dass wir bei Sunseap unsere Erfahrung und unser Fachwissen in Bezug auf schwimmende Offshore-PV-Systeme durch die Fertigstellung dieses Projekts verfeinert haben und gut aufgestellt sind, um unseren Kunden bei der Erschließung dieser neuen Grenze für Solarenergie zu helfen“, erklärt Sunseap-Chef Frank Phuan.

Inzwischen hat die Nationale Wasserbehörde von Singapur den Bau eines weiteren schwimmenden Solarparks auf Tengeh-Stausee angekündigt. Die maximale Leistung von 60 Megawatt soll laut eines Berichts des Renewable Energy Magazine zur Stromversorgung der Wasseraufbereitungsanlagen genutzt werden.

Auch in Deutschland forscht man an Möglichkeiten zur Verlagerung der Stromproduktion auf das Meer. Aufgrund der geringeren Sonneneinstrahlung setzen sich hier jedoch Windkraftwerke, wie das schwimmende Windrad Nezzy2, durch.

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