Robert Klatt
Berlin (Deutschland). In Deutschland decken erneuerbare Energien, vor allem die Wind- und Solarenergie, laut der Bundesnetzagentur (BNetzA) bereits über die Hälfte des Stromverbrauchs. Forscher des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung haben angesichts dieser Entwicklung eine Modellrechnung erstellt, mit der sie analysiert haben, wie sich die Energiewende auf die Einnahmen von Städten und den Arbeitsmarkt auswirkt.
„Überall in Deutschland gibt es bereits Pionierregionen, die den Ausbau der erneuerbaren Energien nicht nur unterstützen, sondern als strategischen Hebel für ihre eigene Entwicklung nutzen. Wenn die Regionen voneinander lernen, wird die Energiewende für alle zum wirtschaftlichen Gewinn.“
Laut der Studie erzielen erneuerbare Energien aktuell Einnahmen von 10 Milliarden Euro pro Jahr, von denen rund die Hälfte an Investoren fließt und die Hälfte in der Region bleibt. Die Einnahmen der Städte und Landkreise liegen deshalb bei rund 5,5 Milliarden Euro.
Der prognostizierte Ausbau der erneuerbaren Energien sorgt dafür, dass die Gesamteinnahmen bis 2033 auf über 21 Milliarden Euro steigen, von denen 12,3 Milliarden Euro an die Städte und Landkreise fließen. Zudem entstehen durch die Energiewende in diesem Zeitraum mehr als 50.000 neue Arbeitsplätze, die vor allem in ländlichen Regionen angesiedelt werden.
Die Studie zeigt jedoch, dass es starke Unterschiede zwischen den Regionen gibt. Die Einnahmen der Windkraft fließen vor allem in Städte und Landkreise in Norddeutschland. Laut der Modellrechnung erzielen Städte und Landkreise 2023 durchschnittlich Einnahmen von mehr als 80 Millionen Euro pro Jahr durch die Windkraft, während es im Bundesdurchschnitt weniger als 40 Millionen sind. Am höchsten sind die prognostizierten Windkrafteinnahmen mit 152 Millionen im Emsland.
Quellen:
Pressemitteilung des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung