Klimawandel

Großstadt verbietet Werbung für Fleisch und andere CO₂-intensive Produkte

 Robert Klatt

Werbung für CO₂-intensive Burger )moc.sotohptisopednhoJtSyrneH(Foto: © 

Die erste Großstadt weltweit hat ein Werbeverbot für Fleisch, Flugreisen, fossile Brennstoffe und andere CO₂-intensive Produkte erlassen, um deren Konsum zu reduzieren.

Amsterdam (Niederlande). Der Lebensstil und das Konsumverhalten eines Menschen haben einen großen Einfluss auf die individuellen CO₂-Emissionen. In Anbetracht des kontinuierlich zunehmenden CO₂-Gehalts in der Atmosphäre und des daraus resultierenden Klimawandels hat Amsterdam nun als global erste Großstadt entschieden, Werbung für CO₂-intensive Produkte wie Fleisch, fossile Brennstoffe und Flugreisen im gesamten öffentlichen Raum zu verbieten. In kleineren Städten, darunter Haarlem und Utrecht, wurde ein entsprechendes Werbeverbot schon früher umgesetzt.

Das Werbeverbot für CO₂-intensive Produkte in Amsterdam hat die Politikerin Jenneke van Pijpen (GroenLinks) initiiert. Laut ihr und weiteren Befürwortern ist der Schritt angesichts des Klimawandels zwingend nötig. Das Werbeverbot soll dazu beitragen, dass besonders CO₂-intensive Produkte, etwa Rindfleisch, das bis zu 40-mal CO₂-intensiver als andere Proteinquellen ist, seltener konsumiert werden.

„Die Stadt hat Verpflichtungen, zum Beispiel die Gesundheit der Einwohner zu verbessern und die Klimakrise zu bekämpfen. Dazu passt auch, solche Werbung zu verbieten.“

Das Werbeverbot gilt für Plakatwände, Haltestellen und Bahnhöfe. Supermärkte und Restaurants dürfen entsprechende Produkte weiterhin bewerben, auch dann, wenn die Werbung aus dem öffentlichen Raum einsehbar ist.

Reduzierter Konsum von CO₂-intensiven Produkten?

Laut Sandra Reimann vom Regensburger Verbund für Werbeforschung, kann Amsterdam mit den neuen Werberegeln vor allem die gesellschaftliche Verantwortung demonstrieren. Ob und wie stark der Konsum der betroffenen Produkte tatsächlich abnimmt, ist noch offen.

„Für die Stadt ist es super, erstmal zu zeigen: Man übernimmt gesellschaftliche Verantwortung, regt den Diskurs an. Das kann das Image der Stadt fördern. Den Konsum wird es, salopp gesagt, nicht sofort stoppen oder reduzieren.“

In Amsterdam ist das Werbeverbot umstritten, unter anderem, weil es als bevormundend angesehen wird. Van der Pijpen widerspricht dieser Kritik deutlich.

„Werbung ist Bevormundung. Die manipuliert Menschen, Sachen zu kaufen. Das stoppen wir.“

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