Mobilität

Benzinkosten aktuell 90 Prozent höher als Stromkosten

Robert Klatt

In Deutschland liegen die Stromkosten für ein Elektroauto bei durchschnittlicher Nutzung bei 730 Euro im Jahr. Bei einem Auto mit Verbrennungsmotor liegen die Kosten für Benzin mit 1.385 Euro rund 90 Prozent höher.

München (Deutschland). Laut einer Studie des von Check24.de sind die Stromkosten für Elektroautos in Deutschland aktuell deutlich günstiger als die Benzinkosten eines herkömmlichen Autos mit Verbrennungsmotor. Als Basis der Berechnung nutzen die Analysten die durchschnittlichen Jahreskilometer (11.387 Kilometer) und die Durchschnittspreise für Strom (31 Cent pro kWh) und Benzin (1,56 Euro pro Liter) im laufenden Jahr.

Durchschnittlich verbrauchen Elektroautos laut Daten des ADAC und eigenen Berechnungen von Check24.de 20,7 Kilowattstunden (kWh) pro 100 Kilometer (km). Der Durchschnittsverbrauch für Autos mit Benzinmotor liegt laut dem Bundesverkehrsministerium (BMVI) bei 7,8 Liter pro 100 km. Es fallen demnach bei einem Elektroauto pro Jahr 730 Euro Stromkosten an. Die Kosten für Benzin liegen mit 1.385 Euro rund 90 Prozent höher.

Schnelllader nicht berücksichtigt

Nicht berücksichtigt sind dabei jedoch die höheren Stromkosten an Gleichstromschnellladern, die vor allem bei Langstreckenfahrten über die Autobahn genutzt werden müssen. Bei einem Test des Opel Mokka-e von Golem.de entstanden dabei für die Strecke Berlin nach Mainz Stromkosten von 12,50 Euro pro 100 km.

Laut den Berechnungen von Check24.de lägen die Stromkosten für diese Strecke jedoch nur bei 6,42 Kilometer. Es wird demnach deutlich, dass die niedrigen Stromkosten nur dann erzielt werden können, wenn überwiegend zu Hause oder an anderen günstigen Punkten die Akkus eines Elektroautos aufgeladen werden. Als Reaktion auf die hohen Stromkosten an Schnellladern plant die Regierung derzeit eine Begrenzung der Stromkosten auf 44 Cent pro kWh. Das Laden wäre damit nur unwesentlich teurer als zu Hause.

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