Antibiotika, Ernährung und Co.

Zusammenhang zwischen Kindheitsallergien und Darmbakterien entdeckt

Robert Klatt

Kind mit Heuschnupfen )kcotS ebodAeinohpotohp(Foto: © 

Das Darmmikrobiom beeinflusst bei Kindern die Entstehung vieler Allergien. Antibiotika, die Bakterien abtöten und eine schlechte Ernährung können das Risiko einer Allergie deshalb erhöhen.

Vancouver (Kanada). Laut Dr. Stuart Turvey vom BC Children’s Hospital Research Institute sind Allergien bei Kindern in Kanada weitverbreitet.

„Immer mehr Kinder und Familien suchen wegen Allergien in der Notaufnahme Hilfe. Hunderte Millionen Kinder weltweit leiden an Allergien, einschließlich eines von drei Kindern in Kanada. Es ist wichtig zu verstehen, warum das passiert und wie es verhindert werden kann.“

Ein Team um Turvey hat deshalb gemeinsam mit Forscher der University of British Columbia (UBC) untersucht, ob Ekzeme, Asthma, Lebensmittelallergien und Heuschnupfen trotz ihrer unterschiedlichen Symptome eine gemeinsame Ursache haben. Laut Charisse Petersen handelt es sich dabei um eine der ersten Studien, die die vier verschiedene Allergien gemeinsam untersucht.

„Diese sind technisch unterschiedliche Diagnosen, jede mit ihrer eigenen Symptomliste. Die meisten Forscher neigen dazu, sie einzeln zu studieren. Aber wenn man auf die zellulären Fehler schaut, haben sie tatsächlich viel gemeinsam.“

Stuhlproben von Kindern analysiert

Laut ihrer Publikation im Fachmagazin Nature Communications haben die Forscher Gesundheitsdaten von 1.115 Kindern von ihrer Geburt bis zum fünften Lebensjahr analysiert. Etwa die Hälfte der Kinder zeigte keine Anzeichen von Allergien, während mehr als die Hälfte von einem Experten mit einer oder mehreren allergischen Störungen diagnostiziert wurde. Die Darmmikrobiome der Kinder wurden anhand von Stuhlproben analysiert, die bei klinischen Besuchen im Alter von drei Monaten und einem Jahr gesammelt wurden.

Bakterien beeinflussen Allergien

In den Stuhlproben wurden Bakterien entdeckt, die mit der Entwicklung einer der vier Allergien bis zum fünften Lebensjahr in Verbindung stand. Diese Bakterien sind laut Courtney Hoskinson ein Merkmal einer Dysbiose oder eines Ungleichgewichts im Darmmikrobiom, das wahrscheinlich zu einer geschwächten Darmwand und einer erhöhten entzündlichen Reaktion im Darm führte.

„Normalerweise tolerieren unsere Körper die Millionen von Bakterien in unseren Därmen, weil sie so viele gute Dinge für unsere Gesundheit tun. Einige der Möglichkeiten, wie wir sie tolerieren, bestehen darin, eine starke Barriere zwischen ihnen und unseren Immunzellen aufrechtzuerhalten und entzündliche Signale zu begrenzen, die diese Immunzellen zur Handlung aufrufen würden. Wir haben einen gemeinsamen Fehler in diesen Mechanismen bei Babys vor der Entwicklung von Allergien festgestellt.“

Die Studie zeigt somit, dass ein klarer Zusammenhang zwischen den Kindheitsallergien und der Darmbakterienflora besteht. Das Darmmikrobiom eines Säuglings kann durch viele Faktoren beeinflusst werden, darunter die Ernährung und Antibiotika. Diese Medikamente können empfindliche Bakterien abtöten und dadurch die Entstehung von Allergien begünstigen.

Nature Communications, doi: 10.1038/s41467-023-40336-4

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