Zuckerhaltige Getränke

Cola, Fanta und Co. reduzierten laut WHO die Lebenserwartung

Robert Klatt

Gesüßte Getränke erhöhen ab einer konsumierten Menge von 0,5 Litern pro Tag das Sterberisiko um 20 Prozent.

Lyon (Frankreich). Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC), die zur Weltgesundheitsorganisation (WHO) gehört, hat erst kürzlich durch eine umfangreiche Metastudie belegt, dass nächtliche Schichtarbeit wahrscheinlich krebserregend ist. Nun hat die IARC eine weitere Studie veröffentlicht, laut deren Personen, die täglich einen halben Liter oder mehr gesüßte Getränke konsumieren ein höheres Risiko haben früh zu sterben.

Ausgewertet wurden für die im Fachmagazin JAMA Internal Medicine publizierten Studie Daten der European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition (EPIC-Studie), die zuletzt auch dazu genutzt wurden, um zu belegen, dass Veganer und Vegetarier im Vergleich zu Fleisch- und Fischessern ein höheres Schlaganfallrisiko haben. Die EPIC-Studie umfasst Daten von 519.000 Menschen, deren Lebensgewohnheiten und Gesundheit zwischen 1992 und 2000 an 23 Studienzentren dokumentiert wurden. Erstellt wurde die Studie um Zusammenhänge zwischen der Ernährung und Krebs zu finden, aufgrund der großen Datenbasis können aber auch andere Erkrankungen besser verstanden werden.

Sterberisiko 20 Prozent höher

Die in der Studie unter dem Sammelbegriff Softdrinks zusammengefassten Lebensmittel umfassen alle mit normalem Zucker oder künstlichen Süßstoffen versetzten Getränke, darunter gesüßte Fruchtsäfte, Limonaden wie Cola, Fanta und Co., Energydrinks und auch isotonische Getränke, die vor allen von Sportlern konsumiert werden. Laut Heinz Freisling, Co-Autor der Studie steigt das Sterberisiko exponentiell mit der Konsummenge an. Bereits ab 0,5 Litern pro Tag „zeigt sich ein sprunghafter Anstieg des Risikos.“

Laut den Wissenschaftlern geschieht dies unabhängig davon, welches Geschlecht, Gewicht, Alter oder welche anderen Gewohnheiten wie Rauchen und regelmäßigen Alkoholkonsum die Menschen haben. Auch ob künstliche Süßstoffe oder natürlicher Rohrzucker genutzt werden, ist laut den Forschern für die Beeinflussung des Sterberisikos nicht relevant.

Kausaler Zusammenhang nicht bewiesen

Gleichzeitig weisen die Studienautoren jedoch daraufhin, dass ihre Ergebnisse lediglich einen starken statistischen Zusammenhang zwischen einer kürzeren Lebenserwartung und dem übermäßigen Konsum von Softdrinks belegen. Ob die Softdrinks tatsächlich die Ursache für die reduzierte Lebenserwartung sind, also ob ein kausaler Zusammenhang besteht, wurde in der Studie nicht untersucht. 

JAMA Internal Medicine, doi: 10.1001/jamainternmed.2019.2478

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