Psychische Gesundheit

Apple Watch soll Erkennung & Behandlung von Depressionen verbessern

Robert Klatt

Daten, der Apple Watch sollen, dabei helfen objektive körperliche Muster von Depressionen zu erkennen. Dies soll die Früherkennung und Behandlung dieser schweren psychischen Krankheit, die pro Jahr eine Million Selbstmorde auslöst, verbessern.

Los Angeles (U.S.A.). Depressionen betreffen global etwa 300 Millionen Menschen und führen pro Jahr zu etwa einer Million Suizide. Die University of California (UCLA) hat deshalb das die sogenannte Depression Grand Challenge gestartet, um die schwere psychische Krankheit besser verstehen zu können. Im Zuge des Forschungsprojekts beginnt an der UCLA nun eine Studie, die Möglichkeiten zur besseren Erkennung und Behandlung von Depressionen erforschen soll.

Derzeit werden Depressionen von Ärzten vor allen anhand von Patientengesprächen und Fragenkatalogen diagnostiziert. Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie haben außerdem kürzlich genetische Profile entdeckt, die bei Kindern und Jugendlichen das Risiko an einer Depression zu erkranken zeigen.  

Objektive Messungen statt Arzt- und Patientenmeinungen

Anstatt sich auf teilweise subjektive Einschätzungen von Ärzten und Patienten zu verlassen, versuchen die Wissenschaftler der UCLA objektiv messbare Faktoren zu finden, anhand denen Depressionen erkannt werden sollen. Dazu zeichnen die Forscher mithilfe der Sensoren der Apple Watch und des Beddit-Schlafüberwachungsgeräts Daten auf, die anschließend auf dem iPhone ausgewertet, pseudonymisiert und an den Studienserver übertragen werden.

Apple Watch, Schlafmonitor und iPhone gegen Depressionen

Die Wissenschaftler setzen die Daten, wie zum Beispiel die Herzfrequenz, den Schlafrhythmus und die körperliche Aktivität, anschließend miteinander in Verbindung und verknüpfen sie mit Symptomen von Depressionen und Ängsten. Es soll so untersucht werden, ob körperliche Muster in der Entstehungsphase und während einer aktiven Depression auftreten. Überdies werden die Probanden regelmäßig von den Wissenschaftlern befragt.

Wie Nelson Freimer, Professor für Psychiatrie und Direktor der UCLA Depression Grand Challenge erklärt, „beruhen die derzeitigen Ansätze zur Behandlung von Depressionen fast ausschließlich auf den subjektiven Erinnerungen von Depressionspatienten. Dies ist ein wichtiger Schritt, um objektive und präzise Messungen zu erhalten, die sowohl die Diagnose als auch die Behandlung leiten.“

Die in wenigen Tagen startende Pilotphase umfasst 150 Probanden, in zweijährigen Hauptphase von 2021 bis 2023 soll die Studie etwa 3.000 Teilnehmer umfassen.

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