Drohende Kollission

China legt bei UN Beschwerde gegen SpaceX ein

Robert Klatt

Die chinesische Raumstation Himmelspalast (Tianhe) musste aufgrund von Starlink-Satelliten mehrmals Ausweichmanöver einleiten. Nun hat die Regierung von China eine Beschwere beim zuständigen UN-Ausschuss eingereicht.

Peking (China). China hat den Bau seiner Raumstation Himmelspalast (Tianhe) im April 2021 begonnen. Die erste Besatzung konnte bereits zwei Monate später die Raumstation beziehen. Seitdem kam es bereits zu zwei Zwischenfällen, in denen Tianhe im Juli und Oktober 2021 Ausweichmanöver einleiten musste, weil Satelliten der Starlink-Konstellation ihr gefährlich nahegekommen sind.

Die chinesische Regierung hat deshalb kürzlich eine offizielle Beschwerde beim Ausschuss für die friedliche Nutzung des Weltraums (Committee on the Peaceful Uses of Outer Space, Copuos) der Vereinten Nationen (UN) eingereicht.

Informationen über die Zwischenfälle

Verlangt wird in dem Schreiben unter anderem, dass die Informationen über die Zwischenfälle an alle Staaten, die den Weltraumvertrag ratifiziert haben, weitergeleitet werden. Laut dem Weltraumvertrag haben die Staaten die Verantwortung über sämtliche nationalen Aktivitäten im Weltraum, auch wenn diese von nicht staatlichen Einrichtungen wie SpaceX durchgeführt werden.

Gefahr für Satelliten

Neben China hat auch die American Astronomical Society (AAS) die Starlink-Satelliten des US-Raumfahrtunternehmens SpaceX kritisiert, weil diese die Beobachtung des Weltraums behindern. Außerdem befürchten Experten durch Megakonstellationen für Satelliteninternetdienste wie Starlink und OneWeb eine höhere Gefahr für Kollisionen mit Satelliten sowie die Zunahme von Weltraumschrott.

Eine Gruppe von Astronomen hat deshalb eine Initiative gegründet, die von den UN eine Regulierung von Megakonstellationen und die Ausarbeitung von Richtlinien zur fairen Nutzung des Weltraums fordert.

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