Satelliten-Konstellationen

UNO soll über Regulierung von Starlink & Co. debattieren

Robert Klatt

Satelliten-Konstellationen wie Starlink behindern die Beobachtung des Weltraums. Astronomen fordern deshalb eine Diskussion über Regeln in der UNO.

New York City (U.S.A.). Die American Astronomical Society (AAS) warnte in einer Positionserklärung bereits um Juni 2019 davor, dass große Satelliten-Konstellationen die Beobachtung des Weltraums stören werden. Nun hat eine Gruppe von Astronomen eine Initiative gestartet, die möchte, dass sich die Vereinten Nationen (UNO) mit Satelliten-Konstellationen wie Starlink beschäftigen, bevor die Einschränkungen bei der Beobachtung des Weltraums zu groß werden.

Laut eines Berichts im Fachmagazin Nature hat es die Gruppe um Piero Benvenuti, einen ehemaligen Generalsekretär der Internationalen Astronomischen Union (IAU), bereits geschafft, dass ihr Anliegen auf die Tagesordnung eines Unterkomitees des Ausschusses für die friedliche Nutzung des Weltraums (COPUOS) gesetzt wurde. Bald soll auch der gesamte Ausschuss über das Thema diskutieren. Es sollen so gemeinsame Richtlinien zur fairen Nutzung des Weltraums entwickelt werden.

SpaceX und OneWeb im Fokus

Hauptverantwortlich für die in der Astronomie zunehmenden Sorgen sind private Raumfahrtunternehmen wie SpaceX und OneWeb, die Satellitennetzwerke für den Internetzugang um die gesamte Erde aufbauen wollen. Allein SpaceX hat für Starlink dafür bereits mehr als 1.700 Satelliten gestartet. Geplant sind bis 2027 für Starlink 12.000 Satelliten.

Die Astronomen gehen deshalb davon aus, dass die hohe Anzahl von Satelliten in niedrigen Orbits die Himmelsbeobachtung so stark einschränken könnten, dass dir Forschung nicht mehr im gewohnten Umfang Daten erheben kann. Besonders problematisch sind Satelliten, die noch nicht ihre Endposition erreicht haben. Diese sind von der Erde oft deutlich sichtbar.

Maßnahmen zur Minimierung der Sichtbarkeit nicht ausreichend

Überraschend ist auch die enorme Helligkeit der Satelliten. Es warnt deshalb nicht nur die IAU, sondern auch die Europäische Südsternwarte ESO davor, dass, selbst wenn Maßnahmen zur Minimierung der Sichtbarkeit der Satelliten eingehalten werden, diese für Observatorien weiter sichtbar bleiben. Dies könnte die Funktion geplanter Riesenteleskope signifikant einschränken.

Konsens über die Nutzung des Weltraums

Gegenüber Nature versichert Benvenuti, dass das Ziel der Debatte Gremien der Vereinten Nationen nicht das Ausspielen von Astronomen gegen Satellitenbetreiber ist. Es soll stattdessen ein Konsens erzielt werden, mit dem alle Parteien den Weltraum für ihre Zwecke nutzen können.

Rechtlich verbindliche Vorgaben darüber, wie Satelliten den Nachthimmel beeinflussen können, gibt es bisher nicht. Entsprechende Befugnisse zum Erlass solcher Regeln fehlen der UNO ebenfalls. Verbindliche Regeln können also nur geschaffen werden, wenn die Nationen sich darauf gemeinsam einigen.

Nature: doi: 10.1038/d41586-021-01954-4

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