Klima- und Umweltfolgen

Mehr Deutsche würden Fleisch aus dem 3D-Drucker essen

Robert Klatt

Die Akzeptanz für Fleisch aus dem 3D-Drucker hat in Deutschland deutlich zugenommen. Viele Bundesbürger haben überdies ihren Fleischkonsum aufgrund der Klima- und Umweltfolgen bereits reduziert.

Berlin (Deutschland). In Deutschland liegt der durchschnittliche Fleischverbrauch pro Person bei etwa 70 Kilogramm pro Jahr. Immer mehr Menschen hinterfragen jedoch die Auswirkungen des Fleischkonsums auf die Umwelt, das Klima und die eigene Gesundheit. Inzwischen können sich laut einer Umfrage des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (Bitkom) deshalb bereits rund ein Sechstel (17 %) der Bundesbürger vorstellen alternativ Fleisch aus dem 3D-Drucker zu konsumieren. 2019 lag der Anteil noch bei einem Achten (13 %).

Auch die Skepsis gegenüber Fleisch aus dem 3D-Drucker hat in den letzten Jahren abgenommen. Bei der aktuellen Umfrage gaben 24 Prozent der Teilnehmer an künstlich hergestelltes Fleisch aus dem 3D-Drucker „eher nicht probieren zu wollen“, 53 Prozent „wollen es auf keinen Fall“. 2019 haben noch 62 Prozent der Befragten die Fleischalternative prinzipiell abgelehnt.

Klimaschutz durch Fleisch aus dem 3D-Drucker

„Zunehmend mehr Menschen sind sich den Auswirkungen des Fleischkonsums auf Umwelt und Klima bewusst und bereit, dafür alternative Wege zu gehen. Manchen fällt es dennoch schwer, ihre Essgewohnheiten umzustellen, und viele wollen auf Fleisch nicht verzichten. An dieser Stelle kann die digitale Fleischproduktion etwa aus dem 3D-Drucker eine Lösung sein“, erklärt Andreas Schweikert, Bereichsleiter für Landwirtschaft beim Bitkom.

Fast die Hälfte der Deutschen (45 %) gab an, ihren Fleischkonsum aufgrund des Klimawandels bereits reduziert zu haben. Ein Zehntel verzichtet aus diesem Grund laut eigenen Angaben vollständig auf Fleisch. Weitere 24 Prozent würden ihren Konsum gerne reduzieren, schaffen dies aber. Lediglich ein Fünftel (20 %) gab an, unabhängig von den bekannten Folgen des hohen Fleischkonsums ihre Gewohnheiten nicht ändern zu wollen. Auffällig sind bei den Konsumgewohnheiten Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Während mehr als die Hälfte der Frauen (51 %) dazu bereit sind weniger oder gar kein Fleisch mehr zu essen, ist der Anteil der Männer (38 %) deutlich geringer.

Wie das israelische Start-up Redefine Meat vor wenigen Monaten bekannt gegeben hat, sollen Steaks aus dem 3D-Drucker bereits in wenigen Monaten in einigen Restaurants in Deutschland erhältlich sein. Sobald die Kapazitäten ausreichend hoch sind, sollen entsprechende Produkte auch im Einzelhandel angeboten werden.

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