Robert Klatt
Der Klimawandel beeinflusst den globalen Wasserkreislauf stark. In vielen Regionen sind die Süßwasservorräte dadurch in den letzten Jahren stark gesunken. Deutschland gehört zu den besonders betroffenen Ländern.
Potsdam (Deutschland). Der Klimawandel beeinflusst den globalen Wasserkreislauf stark und führt laut einer Studie der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) dazu, dass Dürren, Extremregen und Flutkatastrophen deutlich öfter auftreten. Forscher der Arizona State University (ASU) haben zudem mithilfe von Satellitendaten belegt, dass die Erderwärmung und die intensive Wassernutzung des Menschen dazu beigetragen haben, dass die Süßwasservorräte der Erde in fast allen Regionen deutlich gesunken sind.
Nun haben Wissenschaftler des GFZ Helmholtz-Zentrums für Geoforschung aktuelle Daten zu den Wasservorräten der Erde, die mit den Satelliten GRACE und GRACE-FO erhoben wurden, publiziert. Diese Satelliten messen das Schwerefeld der Erde, anhand dessen Rückschlüsse auf die Menge und die Verteilung des Wassers berechnet werden können.
Laut des ermittelten aktuellen Stands der Wasserspeicher und der Veränderungen der Wasserspeicher in den letzten Jahren, sind die Süßwasservorräte in immer weniger Ländern und Regionen normal. 2009 war das langjährige Mittel der Wasservorräte noch in deutlich mehr Regionen normal (75 %) als heute (33 %). Die Regionen mit Trockenheit sind hingegen von 2009 (12 %) bis 2025 (43 %) signifikant gestiegen.
Zu den besonders stark betroffenen Regionen gehört auch Deutschland, wo 2025 signifikant weniger Regen gefallen ist (- 18 %) als im langjährigen Mittel. Parallel dazu hat der Klimawandel für längere Wärmeperioden und mehr Hitzewellen gesorgt, wodurch die Verdunstung der Bodenfeuchtigkeit und des Wassers in Flüssen und Seen deutlich gestiegen ist. Die Süßwasservorräte des Landes liegen dadurch rund 25 Milliarden Tonnen unter dem langjährigen Sollwert.
Die Satellitendaten zeigen zudem, dass die Süßwasservorräte auch im Nahen Osten und in den meisten europäischen Regionen merklich gesunken sind. In Europa hat nahezu jedes Land innerhalb von nur zehn Jahren den roten Bereich erreicht, also signifikant Wasservorräte gegenüber dem langjährigen Mittel verloren. Die Süßwasservorräte sind auch in vielen asiatischen und südamerikanischen Regionen in den letzten zehn Jahren in den roten Bereich gerutscht. Lediglich in wenigen Regionen, darunter Australien, Ozeanien und einige afrikanische Regionen, hat die Zunahme von Regen in den letzten zehn Jahren dazu geführt, dass die Süßwasservorräte über dem langjährigen Mittel liegen.
Quellen:
Pressemitteilung des GFZ Helmholtz-Zentrum für Geoforschung