Emissionen des Verkehrs

Deutschlands Klimaziel hat bei Elektroautos Fünf-Millionen-Lücke

Robert Klatt

Die Bundesregierung hat in ihren Klimazielen 15 Millionen Elektroautos bis 2030 geplant. Nötig sind laut einer Studie jedoch 20 Millionen. Die Autoren fordern daher weitere Maßnahmen wie ein baldiges Neuzulassungsverbot für Autos mit Benzin- und Dieselmotoren.

Wuppertal (Deutschland). Die neue Bundesregierung möchte, dass bis zum Jahr 2030 in Deutschland 15 Millionen Elektroautos auf den Straßen unterwegs sind. Die neuen Fahrzeuge sollen die CO2-Emissionen des Verkehrssektors reduzieren und dadurch beim Erreichen der Klimaziele helfen. Eine Studie des Wuppertal Instituts im Auftrag des Umweltverbandes Greenpeace (PDF) zeigt nun, dass es eine Lücke von fünf Millionen Elektroautos gibt. Statt der von der Ampel-Koalition vorgesehen 15 Millionen Elektroautos sind demnach 20 Millionen vollelektrische Autos für das Erreichen der Klimaziele nötig.

„Der Handlungsbedarf im Verkehr ist umso dringlicher, da es der Politik bisher nicht gelungen ist, die CO2-Emissionen im Verkehrssektor dauerhaft zu reduzieren“, heißt es dazu in der Studie. Im Jahr 2020 war der Verkehr für etwa 20 Prozent der CO2-Emissionen in Deutschland verantwortlich. Davon entfielen etwa zwei Drittel auf den Autoverkehr.

Elektroautos sind nur eine Stellschraube

Im Vorwort der Studie erklärt Greenpeace-Verkehrsexperte Tobias Austrup dazu, dass für den Klimaschutz die Antriebswende im Verkehr zwar nicht der einzige, wohl aber der relevanteste Faktor ist. „Sie verspricht schnellere signifikante Emissionsreduktionen als die Mobilitätswende, also die Vermeidung und Verlagerung von Fahrten mit dem Pkw auf klimafreundliche Alternativen wie den öffentlichen Verkehr oder das Fahrrad“, so Austrup.

85 Millionen Tonnen CO2 im Verkehr

Im Klimaschutzgesetz sind als Sektorziel für das Jahr 2030 maximal 85 Millionen Tonnen CO2 im Verkehr vorgesehen. Dies entspricht eine Verringerung von 48 Prozent gegenüber dem Jahr 1990. Die Emissionen durch Autos müssten dazu bis 2030 auf etwa 52 Millionen Tonnen reduziert werden. Im Jahr 2020 war der Verkehr in Deutschland für etwa 146 Millionen Tonnen CO2 verantwortlich. Davon entfielen etwa 100 Millionen Tonnen auf Autos.

Würde im Jahr 2030 15 Millionen batterieelektrischen Autos im Verkehr sein, lägen die Emissionen durch Autos bei etwa 64 Millionen Tonnen CO2. „Um die Emissionen des Pkw-Verkehrs von höchstens 52 Millionen Tonnen pro Jahr sicherzustellen, müssen im Jahr 2030 mindestens 20 Millionen E-Autos in Deutschland zugelassen sein“, so Austrup. Von aktuell 48 Millionen Autos sind laut Daten des Kraftfahrt-Bundesamts jedoch nur 650.000 vollelektrisch.

Weitere Maßnahmen nötig

Um die Antriebswende zu beschleunigen, sind laut dem Verkehrsexperten deshalb weitere Maßnahmen nötig. Denkbar ist etwa eine Neuzulassungssteuer für Autos mit hohen CO2-Emissionen, ein Neuzulassungsverbot für Autos mit Benzin- und Dieselmotoren ab dem Jahr 2025 und eine Reform der Dienstwagenbesteuerung. Vorgesehen ist im Koalitionsvertrag von SPD, Grüne und FDP ein Neuzulassungsverbot für Autos mit Benzin- und Dieselmotoren jedoch erst ab dem Jahr 2035.

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