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Unerwartet

Der Jakobshavn-Gletscher in Grönland wächst wieder

Seit Jahren schrumpft der Jakobshavn-Gletscher in Grönland. Nun hat die NASA festgestellt, dass der Gletscher plötzlich wieder wächst. Die Wissenschaftler halten dies aber nur für ein vorübergehendes Phänomen.

(Grönland). Der Jakobshavn-Gletscher ist ein sogenannter Auslassgletscher und er beinhaltet eine beträchtliche Menge der grönländischen Eismasse. Jährlich lösen sich etwa 35 Milliarden Tonnen Eis vom Gletscher ab – damit ist der Jakobshavn-Gletscher derjenige, der auf der Nordhalbkugel am häufigsten kalbt.

Seit mindestens 1850 schrumpft der Gletscher kontinuierlich. Als Folge des Klimawandels gab der Gletscher alleine zwischen dem Jahren 2000 und 2010 so viel Eis ans Meer angegeben, dass dies einen Anstieg des Meeresspiegels von einem Millimeter zur Folge hatte. Zudem löste sich vermutlich der Eisberg, der im Jahr 1912 für den Untergang der RMS Titanic verantwortlich war, vom Jakobshavn-Gletscher ab.

Unerwartetes Wachsen des Gletschers

Seit dem Jahr 2012 wird der Jakobshavn-Gletscher jährlich rund 40 Meter dünner. Damit zählt er zu den am schnellsten schrumpfenden Eismassen der Erde. Jedoch konnten Wissenschaftler der NASA eine unerwartete Entdeckung machen: Seit gut zwei Jahren wächst der Gletscher wieder. Die Experten glauben jedoch, dass es sich dabei nur um ein vorrübergehendes Phänomen handelt.

Gletscherwachstum: Eigentlich sind es schlechte Nachrichten

Ala Khazendar, Glaziologe der NASA meint, dass eine natürliche zyklische Abkühlung der Gewässer im Nordatlantik wahrscheinlich dazu geführt hat, dass der Jakobshavn-Gletscher derzeit wieder wächst. Untersuchungen haben gezeigt, dass das Wasser in der Disko-Bucht, wo der Jakobshavn-Gletscher im Meer mündet, um zwei Grad Celsius kälter ist als noch vor einigen Jahren.

Jedoch ist die vermeintlich gute Nachricht auf lange Sicht aber eine schlechte. Der aktuelle Umstand zeigt den Wissenschaftler, dass die Meerestemperatur in Gletscherrückläufen sowie in Gletscherfortschritten eine wesentlich größere Rolle spielt als bisher vermutet.

In den nächsten Jahren wird das Wasser durch den Klimawandel immer wärmer werden. Immerhin gelangen rund 90 Prozent der von Treibhausgasen eingeschlossenen Wärme in die Ozeane. „Langfristig müssen wir wahrscheinlich unsere Prognosen zum Anstieg des Meeresspiegels noch einmal erhöhen“, bedauern die Wissenschaftler.

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