Robert Klatt
Solarmodule altern in Mitteleuropa nur sehr langsam. Nun wurde untersucht, ob sie in Brasilien, bei intensiver Sonneneinstrahlung, schneller ihre Ursprungsleistung verlieren.
Florianópolis (Brasilien). Solaranlagen werden oft kritisiert, weil es bereits nach wenigen Jahren zu einem beträchtlichen Leistungseinbruch kommen soll. Eine Studie der Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) hat dies zumindest für die deutschen Umweltbedingungen kürzlich widerlegt und gezeigt, dass Solarmodule jährlich nur 0,52 bis 0,61 Prozent ihrer Leistung verlieren. Nun haben Forscher der Universidade Federal de Santa Catarina (UFSC) eine Studie publiziert, die untersucht hat, wie stark die Leistung von Solarmodulen, die von 2000 bis 2023 auf einer Insel im Atlantik vor Brasilien installiert waren, abgenommen hat.
Die Wissenschaftler haben dazu die Solarmodule auf der Insel demontiert und auf dem Universitätsgelände wieder aufgebaut. Anschließend haben sie von 2023 bis 2025 die Leistung der Module dokumentiert, die im Mittel noch bei 86,9 Prozent der Ausgangsleistung lag.
Die reale Leistung lag damit deutlich über der garantierten Leistung des Herstellers, laut dem die Module nach 20 Jahren noch mindestens 80 Prozent ihrer Ursprungsleistung erbringen sollten. Der vom Hersteller berechnete Leistungsverlust von jährlich 1,1 Prozent wurde somit deutlich unterschritten und lag im Mittel jährlich bei nur 0,7 Prozent. Einige der Solarmodule haben jährlich nur 0,4 Prozent ihrer ursprünglichen Leistung verloren.
Die Studie zeigt somit, dass Solarmodule auch in Regionen mit deutlich mehr Sonnenstunden und entsprechend auch deutlich mehr Betriebsstunden als in Mitteleuropa eine hohe Lebensdauer haben, die die Herstellergarantie deutlich übertrifft. Die Module könnten laut den Forschern problemlos noch weitere Jahre verwendet werden.
Quellen:
Studie im Fachmagazin Solar Energy Advances, doi: 10.1016/j.seja.2026.100134