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Hydrail Coradia iLint

Neuer Wasserstoff-Zug soll alte Dieselzüge verdrängen

In Ludwigshafen wurde jetzt ein neuer Wasserstoff-Zug für den Regionalverkehr vorgestellt, der die klassische Diesellokomotive von der Schiene verdrängen soll.

Ludwigshafen (Deutschland). Nicht nur auf der Straße wird derzeit fieberhaft nach neuen Antriebstechnologien gesucht, auch auf dem Wasser, in der Luft und auf den Schienen soll der Verkehr umweltfreundlicher werden.

So hat der Hersteller Alstom kürzlich einen neuen Wasserstoff-Zug, auch Hydrail genannt, in Ludwigshafen vorgestellt. Anstatt Feinstaub, Kohlendioxid und Ruß auszustoßen, tropfen bei dieser Antriebstechnologie lediglich einige Wassertropfen aus dem Motor. Der Zug besitzt auf dem Dach einen Wasserstofftank sowie eine Brennstoffzelle. Der Wasserstoff wird so direkt in elektrischen Strom umgewandelt. Eine zusätzliche Batterie speichert nicht benötigte Energie zudem für später.

Wasserstoffzüge auf Augenhöhe mit der Diesellok

Im Zuge der Präsentation fuhr der neue Wasserstoff-Zug mit dem Namen Coradia iLint von Ludwigshafen nach Mannheim und zurück. In Sachen Geschwindigkeit steht der neuer Wasserstoff-Zug der klassischen Diesellokomotive in nichts nach. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 140 Stundenkilometer ist er in etwa genauso schnell wie ein dieselbetriebener Zug. Mit einer Tankfüllung Wasserstoff kommt der Hydrail etwa 1.000 Kilometer weit.

Prof. Michael Günthner von der TU Kaiserslautern, wo er Antriebe in der Fahrzeugtechnik erforscht, findet die Idee des neuen Zuges gut: „Die Verbindung von Wasserstoff und Brennstoffzelle ist vor allem auf entlegenen Strecken ohne Oberleitungen interessant.“ Damit der Wasserstoff-Zug aber auch wirklich umweltfreundlich fährt, spielt die Art der Energiegewinnung eine entscheidende Rolle. Wird der Wasserstoff beispielsweise durch Windkraft erzeugt, so fährt der Zug klimaneutral. Bisher wird jedoch ein Großteil des Wasserstoffs durch die Verbrennung von Erdgas gewonnen. „So ist der Vorteil überschaubar“, kommentiert Günthner.

Der Wasserstoff-Zug ist zudem nur auf Strecken ohne Oberleitungen sinnig. Da die Oberleitungen effizienter und praktischer sind ist es unwahrscheinlich, dass der neue Zug auf solchen Strecken zum Einsatz kommen wird.

Wasserstoff-Züge auch für die Rhein-Neckar-Region

Da die Rhein-Neckar-Region hat Ende 2018 angekündigt, zur Modellregion für Wasserstoff zu werden. Dazu wird beispielsweise auch das Tankstellen-Netzwerk passend ausgebaut. Somit wäre auch der zukünftige Einsatz von Wasserstoff auf der Schiene denkbar.

In Norddeutschland soll ab dem Jahr 2022 eine Flotte aus 14 Wasserstoff-Zügen fahren und auch die Stadt Mainz hat angekündigt, bis zu 26 dieser Züge bestellen zu wollen, die dann ebenfalls ab 2022 auf den Schienen unterwegs sein sollen.

2 Kommentare

Karl Ripfel
Oberleitungen sind effizienter, brauchen aber Kraftwerke zur Stromversorgung. Dabei wird CO2 produziert. Wasserstoff kann aus Solar- und Windenergie gewonnen werden. Hier fehlt nur die Wirtschaftlichkeit, diese sollte aber zum Schutz des Klimas eine untergeordnete Rolle spielen.
Andro Wegner
Es gibt Öko-Strom im Überfluss, der derzeit nicht in die vorhandenen Netze eingespeist werden kann. Ein Teil davon wird bereits zur Produktion von H2 (Wasserstoff) genutzt. Aber zum Teil fehlt noch die Infrastruktur und das Interesse, den Öko-Wasserstoff auch zu nutzen, da es ja schon etablierte Hersteller und Verteiler gibt! Da ist die Politik gefragt, indem sie die eindeutige Regel aufstellt, dass unökologischer H2 nur dann genutzt werden darf, wenn ökologischer H2 nicht zu beschaffen ist.
Ich schätze, dass das früher oder später kommt, dass man nur im Augenblick die Sache noch nicht so streng handhaben will, um das alles erst einmal in Gang zu setzen. In Niedersachsen fährt der Zug mit H2, der als Abfallprodukt anfällt, soll aber später mit Öko-Strom aus Wasser gewonnen werden.
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