Energieversorgung

Militär der U.S.A. soll mobile Atomkraftwerke erhalten

von Robert Klatt

Das US-Militär soll schon bald einen mobilen Atomreaktor zur Stromversorgung von abgelegene Basen im In- und Ausland erhalten. Laut dem Verteidigungsministerium handelt es sich dabei um den mobilsten, sichersten und fortschrittlichen Mikroatomreaktor der Welt.

Washington (U.S.A.). Während Deutschland bereits bis den Atomausstieg bis zum 31. Dezember 2022 beschlossen hat und seine Energieversorgung grundlegend umgestaltet, befinden 81 neue Atomkraftwerke in sechs Ländern bereits im Bau oder in späten Phasen der Planung. Nun hat das Verteidigungsministerium der Vereinigten Staaten (DoD) bekannt gegeben, dass drei weitere Kernkraftwerke dazukommen sollen. Es handelt sich dabei um kleine, mobile Atomreaktoren, die das Militär der U.S.A. zu Einsätzen im In- und Ausland transportieren kann.

Laut einer im Fachmagazin Royal Geographical Society publizierten Studie der Durham University und der Lancaster University verbrauchte das US-Militär im Jahr 2017 pro Tag etwa 42,9 Millionen Liter Öl und emittierte dabei 25 Millionen Tonnen CO2. Der Stromverbrauch liegt laut Studiendaten, die auf Informationen basieren, die auf Basis des Freedom of Information Act gewonnen wurden, bei etwa jährlich etwa 30 Terawattstunden. Das US-Militär läge damit, wenn es ein Nationalstaat wäre, auf dem 47. Platz der größten CO2-Emittenten, wenn man ausschließlich den Ausstoß des Klimagases aus Fahrzeugen berücksichtigt.

Leistung von bis zu 5 Megawatt

Mit einer Leistung von 1 bis 5 Megawatt können die geplanten Atomreaktoren somit nur einen kleinen Teil des Stromverbrauchs decken. Der Einsatzzweck ist also vornehmlich die Versorgung kleinerer Basen, die so autark vom regulären Stromnetz sein sollen. Laut Jeff Waksman dem Leiter des Projekts, „ist das Pele-Programm aufgrund seiner Mobilität und Sicherheit einzigartig.“ Der Transport des schnell auf- und abbaubaren Reaktors soll über Straßen, Schienen, per Schiff und sogar per Flugzeug erfolgen.

Noch befindet sich das Projekt aber noch in seiner ersten Phase. Während des zweijährigen Designwettbewerbs erarbeiten die Unternehmen BWX Technologies, Westinghouse Government Services und X-Energy Konzepte für den Reaktor. Das Verteidigungsministerium finanziert diesen Projektabschnitt mit 40 Millionen US-Dollar. Anschließend soll ein Unternehmen auf Basis des siegreichen Konzepts einen funktionieren Reaktor bauen.

Zweites Projekt mit ähnlichen Zielen

Neben dem Pele-Projekt, dessen Ziel es laut der Zeitung Defense News ist, den sichersten, mobilsten und fortschrittlichen Mikroatomreaktors zu entwickeln, finanziert das US-Militär ein weiteres Projekt, bei dem ein Atomreaktor mit 2 bis 10 Megawatt gebaut werden soll. Mit einem ersten Prototyp wird hier bis zum Jahr 2023 gerechnet.

Jay Dryer, Leiter der Strategic Capabilities Office vom DoD erklärt außerdem, dass die neuen Atomreaktoren nicht nur zu Energieversorgung dienen sollen, sondern auch dazu gedacht sind, dass die U.S.A. nicht die Technologieführerschaft im Bereich der Atomenergie an Russland und China verliert.

Royal Geographical Society, doi: 10.1111/tran.12319

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