Elektroautos

Höhere Reichweite dank kontaktlosen Laden während der Fahrt

Robert Klatt

Das Projekt „eCharge“ erforscht eine Technologie, die per Induktion Elektroautos kontaktlos während der Fahrt laden soll. Die Reichweite soll so deutlich erhöht werden.

Braunschweig (Deutschland). Unterschiedliche Studien, darunter auch eine Analyse des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), belegen, dass der Verkauf von Elektroautos in Deutschland in den letzten Jahren deutlich zugenommen hat. Kritiker nennen neben der noch hohen Preise als Kaufhindernis häufig die im Vergleich zu Autos mit Verbrennungsmotor oft noch geringe Reichweite. Ändern könnten dies in Zukunft neue SALD-Akkus, die eine Reichweite von bis zu 2.000 Kilometer ermöglichen sollen.

Im Rahmen des Projekt „eCharge“ erforscht die Technische Universität Braunschweig nun eine weitere Möglichkeit, die die Reichweite von Elektroautos in Zukunft deutlich erhöhen könnte.

Induktionsmodele in der Straße

Das Team um Professor Michael Wistuba vom Institut für Straßenwesen entwickelt dazu Induktionsmodule, die in Straßen eingebaut werden, um die Akkus von Elektroautos während der Fahrt zu laden.

Michael Wistuba: „Bei Neubau oder Erneuerung einer Straße werden die Spulen, auch Coils genannt, in etwa 10 cm Tiefe eingebaut und mit einer Asphaltdeckschicht überbaut, sodass sie von außen nicht erkennbar sind. Lediglich am Straßenrand werden in einem Abstand von 1,65 Metern Kabel aus der Straße herausgeführt, gebündelt und in Abständen von etwa 90 Metern in eine Steuereinheit geführt. Diese kommunizieren mit den Fahrzeugen über die Coils und schalten bei Bedarf Streckenabschnitte an oder ab.“

20 Prozent Reichweitenverlängerung

Wenn das Forschungsprojekt die praktische Nutzbarkeit der Technologie belegt, könnte dies laut den Wissenschaftlern zum Beispiel in regelmäßigen Abständen in Autobahnen verbaut werden. Die sogenannten Korridore von 25 Kilometern Länge würden laut Berechnungen von Wistuba die Reichweite pro Korridor um bis zu 20 Prozent erhöhen.

Derzeit erforscht das Institut für Straßenwesen, wie die induktive Ladetechnik sinnvoll in den Straßenbelag integriert werden kann. Im Fokus stehen dabei vor allen neue Materialien, die die Lebensdauer der Straßen erhöhen sollen.

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