CO₂-Emissionen

BMW droht nicht ladenden Hybridfahrern mit Leistungsdrosselung

 Robert Klatt

Hybridauto von BMW beim Laden )moc.sotohptisoped2egamiytictej(Foto: © 

Plug-in-Hybridfahrzeuge werden oft nur wegen der Steuervorteile gekauft, aber kaum elektrisch betrieben. In Zukunft könnte das Ladeverhalten überwacht werden, um nicht ladenden Hybridfahrern die Motorleistung zu drosseln.

München (Deutschland). In Deutschland sind Hybridautos vor allem als Dienstwagen beliebt, weil sie deutliche Steuervorteile bieten. Eine Studie von Transport & Environment (T&E) hat jedoch belegt, dass die CO₂-Emissionen von Plug-in-Hybriden die Herstellerangaben oft stark übertreffen. Hinzukommt, dass viele Fahrer von Hybridfahrzeugen den elektrischen Antrieb kaum nutzen und stattdessen nur mit Benzin oder Diesel fahren. In Anbetracht der Flottengrenzwerte der Europäischen Union (EU) hat der Verband der Automobilindustrie (VDA) deshalb bereits 2025 geplant, eine Ladepflicht für Plug-in-Hybridautos zu etablieren, um deren CO₂-Emissionen zu reduzieren.

Nicolas Peter, der Aufsichtsratsvorsitzende von BMW, hat sich nun ebenfalls für einen Kontrollmechanismus bei Plug-in-Hybridfahrzeugen ausgesprochen. Es ist demnach denkbar, dass Autohersteller in Zukunft das Ladeverhalten überwachen und bei Hybridautos, die kaum elektrisch fahren, die Leistung drosseln. Laut Peter sollen die Sanktionen Hybridautos treffen, die mit einer staatlichen Förderung gekauft oder geleast wurden, aber nahezu ausschließlich mit fossilen Brennstoffen fahren.

Elektrifizierung des Autoverkehrs

In seinem Interview erklärt Peter zudem, dass BMW das geplante Verbrennerverbot der EU kritisch sieht. Diese Maßnahme könnte laut ihm dazu führen, dass Unternehmen und Privatpersonen vor 2035 verstärkt Verbrenner kaufen und danach der Absatz plötzlich einbricht. Dadurch wären zehntausende Arbeitsplätze in Gefahr.

Es ist laut dem früheren Finanzvorstand des Automobilherstellers realistisch, dass 2035 etwa die Hälfte der Kunden ein Elektroauto fahren möchte. Angesichts der aktuellen Nachfrageentwicklung ist das Ziel der EU laut Peter unrealistisch. Als Gründe dafür nennt er unter anderem die hohen Stromkosten und die teilweise schlechte Ladeinfrastruktur.

Quellen:

Interview mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Nicolas Peter

Spannend & Interessant
VGWortpixel