Essenzielles Lebensmittel?

Verbraucher sehen Fleisch wieder positiv

Robert Klatt

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In den vergangenen Jahren hat Fleisch ein zunehmend schlechtes Image erlangt. Eine Studie zeigt nun, dass die Wahrnehmung der Verbraucher sich wieder wandelt und mehr Menschen Fleisch als ein essenzielles Lebensmittel ansehen. Besonders wichtig ist den Fleischkonsumenten die Nachhaltigkeit und das Tierwohl.

Boxtel (Niederlande). In Deutschland und vielen anderen Ländern hat Fleisch in den vergangenen Jahren ein zunehmend schlechtes Image erlangt, unter anderem, weil es die ineffizienteste Form der Nahrungsmittelproduktion ist und hohe externalisierte Kosten verursacht. Laut Daten der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) ist der Fleischkonsum in Deutschland deshalb deutlich gesunken. Eine Studie der Vion Food Group (Vion N. V.) zeigt jetzt, dass sich das Image des Lebensmittels langsam erholt.

Laut den über 2.000 befragten Haushalten stimmt ein Großteil (61 %) zu, dass „Fleisch ein unverzichtbarer Bestandteil der Ernährung ist“. Es handelt sich dabei um den ersten Anstieg seit 2019. Besonders hoch ist der Anstieg der Zustimmung bei Paaren ohne Kindern sowie bei jungen Familien. Überraschend ist, dass knapp die Hälfte der Unter-34-Jährigen (46 %), also die Generation, die mit Fridays-for-Future assoziiert wird, der Aussage zustimmt, dass „Fleisch gesund ist“. Bezieht man alle Altersgruppen ein, stimmt mehr als die Hälfte der Deutschen (53 %) dieser Aussage zu.

Regionalität und Transparenz haben einen hohen Stellenwert

Die meisten Fleischkonsumieren bevorzugen lokal produziertes Fleisch (75 %) und sind überzeugt, dass eine transparente Herkunft wichtig ist (60 %). Die wichtigsten Kaufkriterium der Fleischkonsumenten sind laut der Umfrage das Tierwohl (64 %) und die Nachhaltigkeit (65 %). Obwohl ein Großteil der Umfrageteilnehmer (65 %) erklärte, dass sie Fleisch aus nachhaltiger Produktion kaufen, wenn sie die Wahl haben, gaben viele am (60 %), dass sie keine weiteren Informationen über den CO₂-Fußabdruck der Produkte benötigen.

Trotz dieser Präferenzen nimmt die Bedeutung von Labels ab. Nur etwa die Hälfte der Befragten (54 %) geht davon aus, dass Labels wie regional, gentechnikfrei, biologisch beim Kauf von Fleisch einen Mehrwert bieten.

Verbraucher wollen frisches und hochwertiges Fleisch

Beim Fleischkauf stehen Frische und Qualität an oberster Stelle, wie die Konsumenten einstimmig betonen. Darauf folgt die Suche nach einem ausgewogenen Verhältnis von Preis und Leistung. Ein qualitativ hochwertiges Stück Fleisch darf laut den meisten Befragten (70 %) mehr kosten. In Zeiten steigender Preise und Inflation schwindet allerdings die Anzahl derer, die Fleisch in Supermärkten (29 Prozent) oder Discountern (38 Prozent) als zu billig empfinden.

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