Hitze und Dürre

Klimawandel kostet Deutschland 6,6 Milliarden Euro pro Jahr

Robert Klatt

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Auf den Punkt gebracht
  • In Deutschland wird es durch den Klimawandel immer wärmer und trockener. Gleichzeitig steigt das Risiko für Hochwasser, Starkregen und Überschwemmungen
  • Die dadurch verursachten Schäden liegen bei 6,6 Milliarden Euro pro Jahr
  • Besonders schlimm waren die beiden Hitzesommer 2018 und 2019 sowie die Flut 2021

In Deutschland verursachen Hitze, Dürre, Starkregen und andere Folgen des Klimawandels Schäden in Höhe von 6,6 Milliarden Euro pro Jahr.

Berlin (Deutschland). Der globale Klimawandel führt auch in Deutschland dazu, dass es immer wärmer und trockener wird. Gleichzeitig nimmt durch den Klimawandel das Risiko für Hochwasser, Starkregen und Überschwemmungen zu. Ein Forschungsprojekt des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) in Kooperation mit dem Wirtschaftsforschungsunternehmen Prognos, dem Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) und der Gesellschaft für wirtschaftliche Strukturforschung (GWS) zeigt nun die monetären Auswirkungen des Klimawandels auf die Bundesrepublik.

Der Klimawandel hat demnach seit dem Jahr 2000 jährlich im Mittel Schäden in Höhe von  6,6 Milliarden Euro verursacht. Im Deutschland haben Hitze, Dürre, Fluten und andere Folgen des Klimawandels im Zeitraum von 2000 bis 2021 Schäden von mindestens 145 Milliarden Euro ausgelöst. Dies umfasst Schäden an Gebäuden und der Infrastruktur, Ertragsverluste der Forst- und Landwirtschaft, aber auch indirekte Kosten wie gesunkene Forst- und Landwirtschaft. Die gesundheitlichen Auswirkungen der Hitze und die Auswirkungen auf die Umwelt wurden durch die Studie nicht erfasst.

Hitzesommer 2018 und 2019 und Flut 2021

Auf die beiden Hitzesommer 2018 und 2019 sowie die Flut 2021 entfällt mit 80 Milliarden Euro mehr als die Hälfte der errechneten Schäden. Die Flut hat allein in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz Schäden von über 40 Milliarden Euro verursacht.

Die Autoren erklären, dass die angegebenen Summen Untergrenzen sind. Zudem ist laut ihnen die Abgrenzung zwischen den Folgen des Klimawandels und üblichen Extremwetterschäden problematisch. Besonders bei Hagelereignissen und Stürmen ist es aufgrund fehlenden Langzeitdaten nicht möglich, Veränderung der Häufigkeit und Intensität durch den Klimawandel zu erfassen.

Hitze und Dürre schaden der Forst- und Landwirtschaft

Die Hitze und Dürre haben primär in der Forst- und Landwirtschaft geschadet. In den Extremjahren 2018 und 2019 entstanden in den Branchen Schäden in Höhe von etwa 25,6 Milliarden. Zudem kam es in der Industrie und im Gewerbe zu Schäden von neun Milliarden Euro, weil die Produktivität des Personals durch die Hitze stark gesunken ist.

„Wir werden und müssen unsere Anstrengungen zu umfassendem Klimaschutz in allen Sektoren verstärken. Zweitens, brauchen wir eine verlässliche Klimaanpassungsstrategie, die unsere Bevölkerung, unsere Infrastruktur und unsere Wirtschaft vor Hitze, Hochwasser und starken Wetterschwankungen schützt“, erklärt Wirtschafts- und Klimaminister Robert Habeck (Grüne). Umweltministerin Steffi Lemke (Grüne) kündigte zudem eine Nationale Wasserstrategie an.

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