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Fett in den Atemwegen

Übergewicht führt zu Fettgewebe in der Lunge und begünstigt Asthma

Übergewicht baut adipöses Gewebe in den Atemwegen und der Lunge auf und begünstige so die Entstehung von Asthma. Bei fettleibigen Menschen liegt das Erkrankungsrisiko 30 Prozent über dem Durchschnitt. Menschen mit Übergewicht leiden 17 Prozent häufiger an der chronischen Krankheit.

Crawley (Australien). Wissenschaftler der Duke University haben bereits im vergangenen Jahr belegt, dass Asthma nicht nur durch Umweltfaktoren, die Ernährung und eine genetische Prädisposition ausgelöst werden kann, sondern das auch Übergewicht das Risiko von Asthma-Erkrankungen erhöht. Die Forscher des Medical Centers der Universität haben dazu Daten von 507.496 Kindern im Alter zwischen zwei und 17 Jahren ausgewertet, die bei mehr als 19 Millionen Arztbesuchen über einen Zeitraum von sechs Jahren erhoben wurden.

Es zeigte sich dabei, dass Kinder mit Übergewicht ein 17 Prozent höheres Risiko haben an Asthma zu erkranken als ihre normal gewichtigen Altersgenossen. Fettleibige Kinder haben laut den Studienergebnissen sogar ein 30 Prozent höheres Erkrankungsrisiko. Welche Ursachen dafür verantwortlich wurde in der Studie nicht untersucht. Studienleiter Jason Lang konstatierte dennoch „dass es schon jetzt angebracht sei, eine kausale Verbindung zu vermuten.“

Mögliche Erklärung gefunden

Nun haben Wissenschaftler der University of Western Australia in Crawley laut einer Veröffentlichung im European Respiratory Journal eine mögliche Erklärung für den Zusammenhang zwischen Übergewicht und Fettleibigkeit und dem höheren Asthmarisiko gefunden. Laut Studienleiter John Elliot, dessen Forschungsteam sich mit der Struktur der Atemwege in den Lungen beschäftigt, „hat sich manchmal Fettgewebe in den Wänden der Atemwege angereichert.“

Um zu untersuchen, ob das Fettgewebe in Zusammenhang mit Übergewicht steht, analysierten die Wissenschaftler Proben des Lungengewebes von 52 Probanden. Anschließend wurden die Ergebnisse mit dem Body-Mass-Index (BMI) der Menschen in Verbindung gebracht. Ein Teil der Probanden war Asthma-Erkrankte, die Kontrollgruppe hingegen war gesund.

Übergewicht baut Fettgewebe in den Atemwegen auf

Die Ergebnisse der Studie zeigen deutlich, dass bei Übergewicht auch in den Atemwegen und der Lunge adipöses Gewebe entsteht. Es konnte dabei ein direkter Zusammenhang zwischen dem BMI und der Menge der Fetteinlagerungen gefunden werden. Als Folge dessen verdicken die Wände der Atemwege und die Entstehung von Asthma wird begünstigt. Außerdem treten in diesem Gewebe Immunzellen vermehrt auf, was Entzündungsreaktionen auslösen kann.

Abnehmen als Behandlungsmöglichkeit?

Peter Noble, Co-Autor der Studie erklärt, dass „die Wissenschaftler glauben, dass dadurch der Luftfluss durch die Lungen erschwert wird und dies zumindest zum Teil erklären kann, warum Übergewichtige häufiger an Asthma leiden oder Asthmasymptome bei ihnen stärker ausfallen.“

Das häufig bei Übergewichtigen auftretende Keuchen wird also nicht nur dadurch verursacht, dass der Körper auf die Lunge drückt, sondern wird laut Co-Autor Thierry Troosters auch „durch tatsächliche Veränderungen der Atemwege, die mit Übergewicht in Verbindung stehen ausgelöst.“

Weitere Studien sollen nun zeigen, ob die Fettanreicherung in den Atemwegen durch Abnehmen reversibel ist. Außerdem wollen die Forscher eine Methode entwickeln, um das Fettgewebe in den Lungen genauer bestimmen zu können.

European Respiratory Journal, doi: 10.1183/13993003.00857-2019)

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