Altersforschung

Menschen können 130 Jahre alt werden

Robert Klatt

Laut einer statistischen Analyse von 1.100 Hochbetagten aus 13 Ländern liegt die Obergrenze der maximalen menschlichen Lebensspanne bei 130 Jahren.

Montreal (Kanada). Die Französin Jeanne Calment war mit 122 Jahren der nachweisbar älteste Mensch. In einigen Jahren könnte die aktuell 118 Jahre alte Japanerin Kane Tanaka den Altersrekord von Calment brechen. Wie eine Analyse der International Database on Longevity (IDL) zeigt, könnten Menschen noch älter werden. Laut der im Fachmagazin Royal Society Open Science publizierten statischen Auswertung der Daten von rund 1.100 Hochbetagten aus 13 Ländern liegt die Obergrenze der maximalen menschlichen Lebensspanne nämlich bei rund 130 Jahren.

Wie die Wissenschaftler berichten, steigt das Sterberisiko eines Menschen ab einem gewissen Alter nicht weiter, sondern liegt konstant bei einer Wahrscheinlichkeit von etwa 50:50. Ein weiteres Jahr zu leben, ist für einen bereits 110 Jahre alten Menschen laut Statistikprofessor Anthony Davison vom Schweizer Institut für Technologie (EPFL) demnach, „als ob man eine Münze wirft“. „Wenn die Münze Kopf zeigt, leben Sie bis zu Ihrem nächsten Geburtstag, wenn nicht, sterben Sie irgendwann innerhalb des nächsten Jahres“, so Davison.

Chance von eins zu einer Million

„Im Alter von 110 Jahren sind die Chancen, es bis 130 zu schaffen, etwa eins zu eine Million“, erklärt der Statistikprofessor. Es ist also nicht unmöglich, dass Menschen 130 Jahre alt werden, aber sehr unwahrscheinlich. Laut den Berechnungen ist es aber durchaus realistisch, dass innerhalb des aktuellen Jahrhunderts zumindest ein Mensch dieses Alter erreicht, weil immer mehr Personen den Status des sogenannten Supercentenarians erreichen, also über 100 Jahre alt sind. In den kommenden Jahren wird deren Anteil an der Bevölkerung aufgrund der medizinischen und sozialen Fortschritte weiter steigen.

Große Datenbasis

Einer Studie, laut der Menschen bis zu 150 Jahre alt werden können, widerspricht Davison hingegen. Wie der Wissenschaftler erklärt, basiert ihre Studie auf einer deutlich breiteren statistischen Basis und ist daher aussagekräftiger als bisherige Ergebnisse in diesem Forschungsfeld.

Royal Society Open Science, doi: 10.1098/rsos.202097

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