Zimt und Menthol gefährlich

Liquids von E-Zigaretten schädigen Zellen in Herz und Blutgefäßen

Robert Klatt

E-Zigaretten gelten als gesunde Alternative zu Zigaretten, sind aber laut einer neuen Studie ebenfalls ein großer Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Besonders zellschädigend sind Liquids mit den Aromen Zimt und Menthol.

Stanford (U.S.A).  Eine Studie der medizinischen Fakultät der Universität Stanford zeigt, dass auch der Dampf von E-Zigaretten eine gesundheitsschädigende Wirkung besitzt. Der Dampf von E-Zigaretten enthält zwar deutlich weniger Schadstoffe als Tabakrauch, ungefährlich ist er aber aufgrund der enthaltenen Lösungsmittel, Zusatzstoffen und der hohen Dosierungen von Nikotin und Aromastoffen nicht.

Laut der im Fachmagazin Journal of the American College of Cardiology veröffentlichten Studie sind vor allem die in Liquid beigesetzten Aromen dafür verantwortlich, dass Wandzellen in Blutgefäßen und im Herzen geschädigt werden. Je nach Zusammensetzung des Liquids kommt es dazu, dass das Zellwachstum eingeschränkt wird, Entzündungen häufiger und stärker auftreten und einige Liquids haben sogar zum Zelltod der genutzten Kulturen geführt.

Endothelzellen geschädigt 

Um die Auswirkungen von Liquids und die mögliche Verursachung von Zellschäden zu untersuchen, haben die Wissenschaftler um Won-Hee Lee Zellkulturen aus menschliche Endothelzellen von Rauchern, E-Zigarettennutzern und Nichtrauchern gezüchtet. Endothelzellen befinden sich unter anderem in Blutgefäßen und dem Herzen. Sie sind daher essentiell für die Gesundheit der Gefäße und für das Herz-Kreislauf-System.

Anschließend setzten die Forscher die Zellkulturen einer Reihe von Liquids aus. Die Nikotinkonzentration der in den USA frei erhältlichen Liquids lag zwischen null und 18 Milligramm Nikotin pro Milliliter. Außerdem wurden alle Liquids, um zu untersuchen ob auch Aromen einen Einfluss auf die zellschädigende Wirkung haben, in folgenden Geschmacksrichtungen für das Experiment genutzt:

  • Frucht
  • Tabak
  • Tabak mit Karamell und Vanillearoma
  • Zimt
  • Menthol
  • Sahnebonbon

Laut Lee konnte bei allen Liquids eine zellschädigende Wirkung festgestellt werden. Wie Lee erklärt „ähnelt die Wirkung der E-Zigaretten-Flüssigkeiten und die in den Endothelzellen verursachte Veränderung, sehr stark denen die auch während der Entwicklung von Gefäßkrankheiten auftreten.“

Aromen mit deutlichen Unterschieden

Die Auswirkungen auf die Zellen waren zwar bei allen Liquids negativ, die „Zelltoxizität variiert aber erheblich“, wie die Forscher in ihrer Studie schreiben. Verdampferflüssigkeiten mit Tabak-, Vanille- und Sahnebonbon-Aroma haben bei den Zellkulturen eher geringe Schäden verursacht, Zimt- und Mentholaroma waren hingegen überdurchschnittlich zellschädigend. Selbst bei Liquids, die kein Nikotin enthalten, haben diese Aromen starke Schäden an den Zellen verursacht.

Wie Lee berichtet „hatte das mit Zimtgeschmack aromatisierte Produkt die potenteste Wirkung und minderte die Überlebensrate der Zellen signifikant“. Auch die Freisetzung von entzündungsfördernden Substanzen und aggressiven oxidativen Chemikalien war bei diesem Arome am höchsten. Neben der Lösung mit Zimtgeschmack zeigten auch Zellen, die Liquids mit Karamell- und Vanillegeschmack ausgesetzt wurden eine erhöhte Aufnahme von Blutfetten wie Cholesterin.

Laut Joseph Wu, Coautor der Studie, konnten die Wissenschaftler zeigen, dass „E-Zigaretten keine sichere Alternative zu Zigaretten sind. Da auch E-Zigaretten akute Dysfunktion in Gefäßzellen auslösen können, sind auch sie ein wichtiger Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.“

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