Einstiegsdroge

E-Zigaretten machen Jugendliche zu Rauchern

Robert Klatt

Jugendliche E-Zigaretten-Nutzer haben eine dreimal höhere Wahrscheinlichkeit als Erwachsene gewohnheitsmäßige Raucher zu werden.

San Diego (U.S.A.). In den U.S.A. und vielen anderen Ländern ist das sogenannte „Dampfen“ von E-Zigaretten besonders unter Jugendlichen beliebt. Kritiker dieses Trends warnen schon seit Längerem davor, dass viele Jugendliche durch E-Zigaretten dazu verleitet werden, auch herkömmliche Zigaretten aus Tabak auszuprobieren.

Wissenschaftler der University of California in San Diego haben im Fachmagazin Pediatrics nun eine Langzeitstudie publiziert, die diese These untersucht hat. Das Team um John Pierce hat dazu 15.826 Jugendliche und junge Erwachsene zum Studienbeginn und nach vier Jahren zu ihren Rauchgewohnheiten befragt. Die Probanden waren am Studienbeginn zwischen 12 und 24 Jahre alt.

E-Zigaretten sind eine „Einstiegsdroge“

Die Auswertung der Daten zeigt, dass bei Jugendlichen in den U.S.A. E-Zigaretten als „Einstiegsdroge“ gesehen werden können. Jugendliche, die eine E-Zigarette benutzten, haben demnach eine dreimal höhere Wahrscheinlich (10 %) als Erwachsene Raucher zu werden, als Jugendliche (3 %), die nie eine E-Zigarette ausprobiert haben.

Jugendliche, die mehr als fünf Tabakprodukte ausprobiert haben, haben eine noch höhere Wahrscheinlich (15 %) als Erwachsene gewohnheitsmäßigen Rauchern zu werden. Rund ein Drittel der Probanden gab an neben E-Zigaretten auch Zigarren, Zigaretten, Kautabak, Wasserpfeifen oder ähnliche Produkte ausprobiert zu haben.  

Mehr Raucher in den kommenden Jahren

Die Autoren der PATH Study gehen aufgrund der weiten Verbreitung von E-Zigaretten unter Jugendlichen deshalb davon aus, dass in den kommenden Jahren die Zahl der gewohnheitsmäßigen Zigarettenraucher bei jungen Erwachsenen signifikant steigen wird.

In einem Kommentar erklärt auch Reiner Hanewinkel vom gemeinnützigen Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung in Kiel, dass er die Annahme der Wissenschaftler für plausibel hält. Laut Hanewinkel liegt dies daran, dass E-Zigaretten ebenfalls Nikotin enthalten und somit schnell eine Abhängigkeit auslösen. Auch der Vorgang des Rauchens ist bei E-Zigaretten und Tabakzigaretten nahezu identisch. Gegenüber dem Science Media Center (SMC) sprach sich Hanewinkel deshalb für ein Verbot sämtlicher Werbung für E-Zigaretten aus, um Kinder und Jugendliche zu schützen.

Pediatrics, doi: 10.1542/peds.2020-025122

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