Beobachtungsstudie

Autolärm erhöht das Demenzrisiko

Robert Klatt

Eine dauerhafte Lärmbelastung durch Straßen- oder Schienenverkehr erhöht das Demenzrisiko für Anwohner deutlich.

Odense (Dänemark). Wissenschaftler des dänischen The Maersk Mc-Kinney Moller Institute haben ermittelt, dass eine permanente Lärmbelastung durch Straßen- und Schienenverkehr das Risiko für die Entwicklung von Demenz erhöht. Laut der im British Medical Journal publizierten Studie gehen laut Schätzungen der Arbeitsgruppe 1.216 der 8.475 im Jahr 2017 dokumentierten Demenzfälle in Dänemark auf den Lärm von Autos und anderen Fahrzeugen zurück.

Den Zusammenhang zwischen der Langzeitbelastung durch Straßen- und Eisenbahnlärm und dem Demenzrisiko untersuchten die Wissenschaftler anhand von Gesundheitsdaten von zwei Millionen Menschen über 60 Jahren, die zwischen 2004 und 2007 in Dänemark lebten.

103.500 Demenzfälle

Insgesamt kamen es im Untersuchungszeitraum laut Daten des im nationalen Gesundheitsregisters zu 103.500 neuen Demenzfällen. Diese unterteilten die Wissenschaftler zur genaueren Untersuchung in die Alzheimer-Krankheit, vaskuläre Demenz und Demenz im Zusammenhang mit der Parkinson-Krankheit.

Sie konnten so herausfinden, dass unter Berücksichtigung potenziell einflussreicher Faktoren wie häufiger Lärm, die auf die Umgebung der Probanden zurückgehen, die durchschnittliche 10-Jahres-Belastung durch Straßenverkehrs- und Eisenbahnlärm das Demenzrisiko deutlich erhöht.

27 Prozent höheres Alzheimerrisiko

Laut den Daten erhöht eine langfristige Belastung mit Straßenverkehrslärm von 55 Dezibel im Vergleich zu 40 Dezibel das Risiko für die Alzheimer-Krankheit um bis zu 27 Prozent. Eine langfristige Belastung durch Eisenbahnlärm von 50 Dezibel erhöht das Risiko für die Alzheimer-Krankheit im Vergleich zu 40 Dezibel um 24 Prozent.

„Zu den Stärken der Studie gehörten ihr großer Umfang, die lange Nachbeobachtungszeit und die qualitativ hochwertige Bewertung der Lärmbelastung durch zwei verschiedene Verkehrsmittel“ so die Autoren. Trotzdem merken sie an, dass es sich lediglich um eine Beobachtungsstudie handelt, die die Ursache des höheren Demenzrisikos nicht erklären kann.

British Medical Journal, doi: 10.1136/bmj.n1954

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